Große Sanierung

Baustelle Bahnhof: Jetzt kommt die Gleishalle dran

Ab 13. Juli soll die Gleishalle saniert werden: Dabei ­werden für 15 Millionen Euro die Scheiben und Bleche ausgetauscht. Außerdem werden die Stützen saniert und der Rostschutz erneuert. Die Halle stammt aus dem Jahr 1960.

München - Der Münchner Hauptbahnhof ist eigentlich ständig eine Baustelle. Nach dem Untergrund kommt jetzt die Gleishalle dran.

Es ist ja eh schon Tradition: Der Münchner Hauptbahnhof ist eine Baustelle. Seit die Züge erstmals 1847 an der ehemaligen Schießstätte der Königlich privilegierten Hauptschützengesellschaft hielten, verging kaum ein Jahrzehnt ohne größere Baumaßnahmen. Und genauso geht’s weiter: Ab diesem Sommer ist die Gleishalle dran – sie wird für 15 Millionen Euro generalsaniert. Schon seit einigen Jahren wird im Untergrund an den Zwischengeschossen gewerkelt (siehe unten).

Die 140 Meter breite und 222 Meter lange Konstruktion aus Kruppstahl mit einer Pfeilerreihe in der Mitte galt beim Bau im Jahr 1960 als Wunderwerk der Technik – aber nach über 50 Jahren ist eine Erneuerung notwendig.

Großer Kran in der Halle

Ab 13. Juli tauschen Arbeiter die Oberlichter aus und verlegen die Bleche der Dachverkleidung neu. Außerdem muss man die Betonfundamente sanieren und den Korrosionsschutz an den Stahlstützen erneuern. Erster Schritt: In der Halle wird ein großer Kran aufgebaut, mit dem man die Baufelder erreichen kann.

Und was heißt das für die Fahrgäste? „Die nicht ganz zu vermeidenden Einschränkungen für die Fahrgäste sind abhängig von dem gewählten Bauverfahren. Hier erwarten wir im Rahmen der Ausschreibung Vorschläge der Baufirmen“, sagt ein Bahnsprecher. Heißt: Es ist noch nicht klar, inwieweit sich Verzögerungen oder Verlegungen ergeben. Der Auftrag ist erst diese Woche öffentlich ausgeschrieben worden.

Mit dem Neubau des eigentlichen Bahnhofsgebäudes hat die Sanierung der Gleishalle nichts zu tun. Der geplante Neubau würde im Osten nahtlos an die sanierte Halle anschließen. Unten: Die jüngsten Baustellen und die Zukunftspläne.

2011 – 2014

Alles neu im MVG-Geschoss: Nach drei Jahren Bauzeit erstrahlte voriges Jahr das Sperrengeschoss der MVG zwischen U-Bahn U1/U2 am Hauptbahnhof im neuen Glanz. Das 1980 eröffnete Bauwerk hatte Betonschäden, es regnete hinein. 20 Millionen Euro berappte die MVG für den Umbau.

Seit 2014

Sanierung über der S-Bahn: Für 24 Millionen Euro lässt die Bahn seit Sommer 2014 das 1972 eröffnete Zwischengeschoss über der S-Bahn ertüchtigen. Im Juli sollen die Arbeiten beendet sein. Wie an allen unterirdischen S-Bahnhöfen wurden am Bahnsteig Brandschutztüren eingebaut.

20??

Warten auf den Neubau: 2003 lieferte das Münchner Architekturbüro Auer&Weber einen Entwurf für das neue Bahnhofsgebäude, dem die Altbauten mit Ausnahme der Gleishalle weichen sollen. Der Neubau würde zusammen mit der 2. Stammstrecke verwirklicht — falls sie denn kommt.

Johannes Welte

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