26-Jähriger schwerstverletzt

Bierflasche ins Gesicht: DB-Mitarbeiter verliert Zähne

München - Zum Ausklang der Wiesn ereignete sich das folgenschwerste Körperverletzungsdelikt am Münchner Hauptbahnhof: Ein DB-Sicherheitsmann verlor dabei mehrere Zähne und erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma.

Ein 26-jähriger Sicherheitsmitarbeiter, der den ALX in Richtung Kempten begleiten sollte, verlor laut Bundespolizei mehrere Zähne, nachdem er von einer nach ihm geworfenen vollen Bierflasche im Gesicht getroffen worden war.

Nach ersten Ermittlungen bestiegen gegen 19.25 Uhr zwei alkoholisierten Männer aus dem schwäbischen Landkreis Unterallgäu den abfahrbereiten ALX 84159 in Richtung Lindau. Unmittelbar nach dem Einstieg beleidigten sie eine 44-jährige aus Buxheim. Anschließend verließen beide das Abteil und begaben sich in Richtung Wagentür.

Dort schlossen sie diese und stellten sich innen aufs Trittbrett, so dass die Türe von außen nicht mehr zu öffnen war. Vor dem Zug befanden sich weitere Fahrgäste, die nicht mehr zusteigen konnten. Ein 47-jähriger Zugbegleiter des ALX, der am Bahnsteig 26/27 stand, gestikulierte zu den Männern, dass sie vom Trittbrett steigen sollten. Als sie der Aufforderung nicht nachkamen, riss er zusammen mit einem 26-jährigen DB-Sicherheitsmitarbeiter die Tür des ALX auf.

Nun bepöbelten und beleidigten die beiden Männer die Bahnangestellten lautstark. Der Zugbegleiter schloss sie daraufhin von der Mitfahrt aus und forderte beide unverzüglich zum Verlassen des Zuges auf. Es kam auf dem Bahnsteig zu einem Geschubse, die beiden Männer aus dem Unterallgäu gingen nun gemeinschaftlich auf den Security-Mitarbeiter los.

Als der Abfahrtspfiff ertönte, wollten beide Beschuldigte in den Wagen einsteigen. Es kam zu einem erneuten Gerangel. Als der Zug anrollte, standen die beiden Bahnmitarbeiter im Einstiegsbereich des Wagens, die Tür war noch geöffnet. Der 41-Jährige aus Pfaffenhausen nahm seine Glasbierflasche und warf diese aus kurzer Distanz mit voller Wucht in Richtung der Türe. Als der Security-Mitarbeiter bemerkte, dass die Flasche den Zugbegleiter treffen würde, zog er diesen weg - dabei traf ihn die Flasche im Gesicht.

Der 26-Jährige kippte um, war ca. 30 Sekunden bewusstlos und sein Bein hing aus dem fahrenden Zug. Beide Tatverdächtige liefen dem ausfahrenden Zug nach und traten dabei mit den Füßen gegen den Sicherheitsmann. Mehrere Fahrgäste zogen ihn nun in den ALX. Beim Halt in Pasing musste der schwerverletzte Mann vom Rettungsdienst behandelt werden. Er hatte durch den Flaschenwurf eine stark blutende Wunde im Mundbereich erlitten und vier Schneidezähne verloren. Später wurden in einer Münchner Klinik noch ein Schädel-Hirn-Trauma, ein Bruch des Jochbeines sowie Prellungen an der Wade diagnostiziert.

Als informierte Bundespolizisten am Bahnsteig 26/27 eintrafen, rangelten die beiden Unterallgäuer mit einem 53-jährigen Italiener aus Buchloe. Der 53-Jährige hatte den Flaschenwurf gegen den DB-Sicherheitsmitarbeiter beobachtet und versuchte die Flucht der beiden Tatverdächtigen zu verhindern.

Dank mehrerer Zeugenaussagen gelang es schnell, die Tat den beiden Unterallgäuern zuzuordnen. Beide wurden vorläufig festgenommen und werden am Montag auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wegen Gefährlicher Körperverletzung dem Haftrichter vorgeführt. Atemalkoholmessungen ergaben bei dem 41-Jährigen 1,71 Promille, bei seinem Begleiter 1,77.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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