Die tz hat sich umgeschaut

Burger King am Bahnhof: Putzen für den Neuanfang?

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Reger Betrieb bei Burger King in der Bayerstraße: Rund 20 Mitarbeiter polierten die Filiale am Mittwoch auf Hochglanz. Wie es weiter geht, weiß niemand.

München - Der Burger King am Hauptbahnhof ist seit eineinhalb Wochen geschlossen. Aber wie lange noch? Die tz hat sich in der Filiale in der Bayerstraße umgeschaut und nachgefragt!

Sie stehen vor dem Ungewissen. Bei den Angestellten von Burger- King am Hauptbahnhof herrscht Ratlosigkeit. Seit eineinhalb Wochen ist das Schnellrestaurant geschlossen. Aber wie lange noch? Die tz hat sich in der Filiale in der Bayerstraße umgeschaut und nachgefragt!

Am Mittwochmorgen sah es plötzlich so aus, als ob die Pforten in naher Zukunft wieder geöffnet werden. Im Restaurant brannte Licht, die Fernseher flimmerten und hinter der Theke? Dort herrschte reger Betrieb. Zwar gingen hier keine frischen Whopper und Pommes über die Theke, dafür wurde der Laden von rund 20 Mitarbeitern auf Hochglanz poliert. „Wir arbeiten natürlich weiter, weil wir davon ausgehen, dass wir auch weiterhin bezahlt werden“, erklärt eine Mitarbeiterin auf tz-Nachfrage. Sie bangt zusammen mit 3000 Mitarbeitern des gekündigten Franchisenehmers Yi-Ko Holding GmbH um ihren Job. „Da fühlt man sich schon ein Stück weit alleine gelassen.“ Wie es weiter geht? „Das wissen wir momentan alle nicht!“ Was bleibt, ist die Hoffnung: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Burger King die Filialen aufgibt, irgendwas muss passieren.“

Mustafa Öz, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) für die Region München bringt es auf den Punkt: „Wir hängen momentan alle total in der Luft.“

Burger King Europe hat dem Franchisenehmer Yi-Ko Holding den Vertrag wegen mehrerer Verstöße im hygienischen und arbeitsrechtlichen Bereich gekündigt. Yi-Ko ist – anders als die anderen Franchisenehmer von Burger King – aus dem Tarifverbund BdS (Bundesverband der Systemgastronomie) ausgestiegen. Bei Neuverträgen ab März 2015 hätte somit nur noch Mindestlohn gezahlt werden müssen, also keinerlei Nacht-, Wochenend- und Feiertagszuschläge, kein Urlaubs- und kein Weihnachtsgeld.

So sehen die verlassenen Burger-King-Filialen am Hauptbahnhof aus

So sehen die verlassenen Burger-King-Filialen am Hauptbahnhof aus

Weil die betroffenen Filialen keine Warenlieferungen mehr erhalten, bleiben die Öfen kalt. Zudem ließ Burger King Yi-Ko die Nutzung von Firmenlogo, Produktnamen, Arbeitskleidung und Außenwerbung gerichtlich verbieten. Gegen das Nutzungsverbot für die Marke legte Yi-Ko Widerspruch ein. Wie es jetzt weitergeht? Darüber verhandelt das Landgericht München I am kommenden Montag, 8. Dezember. Burger King feiert heute sein 60-jähriges Jubiläum. In Deutschland dürfte sich die Feierlaune aber in Grenzen halten.

Johannes Heininger

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