Traditionslokale vor dem Aus

Gleich zwei Münchner Institutionen machen dicht

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Plötzliches Ende: Das Gastronomenpaar Anke und Martin Kolonko schließt nach mehr als 25 Jahren sein Café Forum an der Corneliusstraße.

Gleich zwei traditionsreiche Lokale stehen vor dem Aus. Sowohl das Café Forum im Gärtnerplatzviertel als auch die Brasserie Schwabingam Kurfürstenplatz schließen. Müncher Institutionen, die an den Pächter, die Hacker- Pschorr-Brauerei, zurückgehen.

München - Erst im vergangenen Jahr hatte das Gastro-Paar Martin und Anke Kolonko das 25-jährige Bestehen des Cafés an der Corneliusstraße gefeiert. Das Forum war der erste Laden mit „Früh-bis-Spät Konzept“ der Stadt. Partygänger konnten sich nach Nächten in Diskotheken bis in den Nachmittag hinein beim Frühstück stärken. Lokale wie Café Zeitlos, Zoozie’z oder Café Schwabing folgten.

Diese Öffnungszeiten haben sich wohl überlebt, auch im Ex-Zoozie’z gibt’s mittlerweile Pasta und Pizza. Das Aus im Forum in den kommenden Tagen ist dennoch überraschend. „Ich habe ein wunderbares Gastronomie-Objekt durch alle Phasen seines Lebens begleitet, von der Geburt über seine Pubertät bis zum Erwachsensein“, sagt Martin Kolonko und fährt fort: „Es ist aber wie im richtigen Leben: Wenn die Kinder aus dem Haus sind, orientiert man sich noch mal neu.“ Nun will er mit seiner Frau dieses Kapitel abschließen und sich die Zeit nehmen, um zu schauen, was kommt.

„Die Brauerei bedauert die Entscheidung der Familie Kolonko“, sagt Sprecherin Birgit Zacher. „Wir haben 25 Jahre lang sehr erfolgreich und zufrieden zusammengearbeitet.“ Für die Stammgäste kommt das Ende bitter: kein Post auf Facebook, keine Abschiedsfete. Das Forum sagt leise Servus.

Auch in Schwabing schließt eine Institution 

Paukenschlag Nummer zwei: Die Brasserie Schwabing am Kurfürstenplatz zehrte noch von dem Kultstatus des Vorgängers Café Schwabing. Hier hatte der ganze Stadtteil mit seinen Helden verkehrt, von Helmut Fischer bis Alt-OB Christian Ude, von Helmut Dietl bis Wolfgang Fierek. Als der Pachtvertrag 2014 auslief, entschied sich der Besitzer Hacker Pschorr für den großen Wurf: Entkernung, neues Konzept – und mit Erich Pettendorfer ein neuer Wirt. Statt Schnitzel gab’s Beef Tatar.

Das kam wohl nicht bei allen Gästen gut an, selbst die Sonnenterrasse hatte oft Lücken. Gerüchte über die Lokalaufgabe machten seit einigen Monaten die Runde. Die Brauerei bestätigt: „Es ist richtig. Der Pachtvertrag endet zum Monatsende, am Montag ist Schlüsselübergabe.“ Über Hintergründe könne man indes keine Angaben machen.

Wohl aber den neuen Kurfürsten-Platzhirsch. Bereits am Dienstag übernimmt Aytac Becan das Objekt. Er betreibt an der Schulstraße das „Neuhauser“ und soll das Pizza-Pasta-Konzept nun auch in Schwabing einführen. „Aytac Becan ist schon lange ein guter Partner für uns, der das Konzept Neuhauser sehr erfolgreich in Neuhausen umsetzt“, sagt Brauerei-Sprecherin Birgit Zacher. Anfang September sei Eröffnung.

Paukenschlag Nummer zwei: Die Brasserie Schwabing am Kurfürstenplatz feierte im Jahr 2014 noch Neueröffnung. Am kommenden Dienstag übernimmt bereits der neue Wirt.

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Thomas Osswald

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