Wirte retten Lebensmittel

Dank Smartphone-App: Wir werfen nichts mehr weg

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Bianca Mirkovic (l.) und Shino Plum zeigen ihr Angebot und die App.

Weniger Lebensmittel wegschmeißen: Das ist ein Ziel des Cafe Phasenreich im Gärtnerplatzviertel. Es hilft dabei eine App. So funktioniert sie.

München - Wenn das Schule macht, dann könnte es ja vielleicht wirklich mal stimmen: Dann könnten die viel gepriesene Digitalisierung und die oft versprochene Nachhaltigkeit tatsächlich nicht bloß durch die Werbewelt huschen, sondern auch ihren Platz in unserem echten Leben finden. Und zwar mittels einer neuen App fürs Smartphone namens Toogoodtogo (Deutsch: „zu gut, um es wegzuwerfen“). Die Idee: Wirte geben Lebensmittel ab, die sonst übrig bleiben würden. Und zwar günstiger als im normalen Tagesverlauf.

Ein Münchner Beispiel ist das Café Phasenreich im Gärtnerplatzviertel. Hier setzen Bianca Mirkovic (34) und Shino Plum (35) auf Bio-Lebensmittel und vegetarische Kost. Die zwei sagen uns: „Wir verfolgen einen nachhaltigen Ansatz – da tut es uns besonders weh, wenn wir am Ende des Tages etwas wegschmeißen müssen.“ Mit Toogoodtogo können sie das jetzt zumindest teilweise vermeiden.

Mirkovic: „Mich hat das Konzept gleich überzeugt“

„Mich hat das Konzept gleich überzeugt“, sagt Mirkovic. Der Vorteil der App: „Es ist für die Kunden und für uns Anbieter total unkompliziert.“ Bisher war es für die geringen Mengen, die im Phasenreich übrig bleiben, zu umständlich gewesen, sie weiterzugeben. „Jetzt können wir einfach angeben, wie viele Portionen wir übrig haben und diese dann direkt anbieten“, erklärt Markovic. Und wenn doch mal nichts übrig bleiben sollte, kann Markovic das Angebot wieder löschen.

„Für uns ist es toll, dass wir an diesen Tagen nichts wegschmeißen müssen – und wir verdienen sogar noch ein bisserl was daran“, so Markovic. Der Kunde kauft dabei eine Art Wundertüte: Denn was am Ende des Tages übrig bleibt, wissen weder er noch die Café-Besitzerinnen. „Manchmal ist so viel übrig, dass sich der Kunde was aussuchen kann, manchmal packen wir das Paket aber auch schon vorher“, so Markovic. Nur eins ist sicher: Der Kunde kauft frische Bioware zum günstigen Preis von 3,90 Euro. „Wir benutzen natürlich teure und hochwertige Zutaten, da schmerzt es doppelt, diese in den Müll zu werfen.“

So funktioniert die App

Das große Resteessen: Die App Toogoodtogo bringt Gastronomen und Sparfüchse zusammen. Die Gastronomen stehen jeden Abend vor dem Problem, dass sie die Waren, die sie nicht verkaufen konnten, selber aufessen oder aber in den Müll werfen müssen. Denn am nächsten Tag können sie sie nicht mehr verkaufen. Die Gastronomen geben an, wie viele Boxen sie verkaufen können, die Nutzer der App können diese dann bestellen. 45 Gastronomen sind in München dabei, wöchentlich kommen neue hinzu. Die App zeigt Restaurants in der Nähe an, das Bezahlen funktioniert online. Der Benutzer bekommt dann einen Kaufbeleg. Zum Abholen ist ein kurzes Zeitfenster nach Küchenschluss vorgesehen, die Zeit hängt vom Anbieter ab. Einige Restaurants bieten die Reste vom Mittagsbuffet an, bei anderen kann man das Essen erst um 22 Uhr abholen.

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