Schluss mit lustig!

Münchner Traditionsgeschäft schließt nach 70 Jahren

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Siegfried Cinyburg in seinem Element: Fast vierzig Jahre lang hat er das Familienunternehmen in der Isarvorstadt geführt.

München - 70 Jahre lang hielt sich der Kostümladen "Cinyburg" im Geschäft. Doch zum Jahresende schließt er seine Pforten - weil der Geschäftsführer in Rente geht.

Bis zum Jahresende noch, dann ist es leider vorbei: Siegfried Cinyburg, Geschäftsführer des gleichnamigen Kostümladens an der Lindwurmstraße 16, gibt bis zum 31. Dezember sein Geschäft auf. „Ich bin jetzt ja im Rentenalter und eigentlich hätte ich schon früher aufhören können“, sagt der Unternehmer.

Die Ausverkauf-Schilder sind schon im Fenster und in ein paar Tagen ist der Betrieb Geschichte: 70 Jahre galt das Kostümgeschäft Cinyburg an der Lindwurmstraße 16 als Topadresse für Verkleidung.

„Bis vor kurzem habe ich auch nicht daran gedacht jemals aufzuhören, aber jetzt möchte ich noch andere Dinge erleben wie beispielsweise Reisen.“ Der Geschäftsmann führt das Familien-Unternehmen seit 1977. Damals hat er den Betrieb von seiner Mutter Brigitte Cinyburg übernommen, welche das Geschäft gegründet hatte. „Meine Mutter hat nach dem Krieg 1945 als Schneiderin begonnen. Unseren Durchbruch hatten wir, als wir die ersten Clown-Kostüme im Schaufenster ausgestellt haben“, sagt Cinyburg.

Seine Mutter hatte damals offenbar eine Marktlücke in München entdeckt. Siegfried Cinyburg kann sich noch gut daran erinnern: „Wir haben schon immer viel Wert auf Qualität gelegt. Unsere Ware hat sich stark von der aus den Kaufhäusern abgehoben. Besonders an Fasching war der Laden immer voll.“

Doch nicht nur an Fasching sei das Geschäft gut gelaufen, Mottopartys, Weihnachten und Travestie Bedarf haben auch neben der Saison Kunden in den Laden gebracht. Dieser Erfolg forderte seinen Tribut: „Seit Jahren war ich nicht im Urlaub“, sagt der geschäftstüchtige Münchner. „Das will ich jetzt, nachdem der Laden zu ist, ändern.“ Einen Nachfolger für sein Geschäft ist nicht in Sicht. Es habe zwar Interessenten gegeben, jedoch kein Angebot bekommen womit er zufrieden gewesen wäre. Tradition lässt sich eben nicht verkaufen.

Sarah Brückl

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