Sprecher „von Veranstaltung ausgeschlossen“

Ärger bei spontaner Corona-Demo in München: Teilnehmer mit provokantem Söder-Shirt sorgt für Furore

Polizeiautos vor der Paulskirche.
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Die Münchner Polizei begleitete die Kundgebung an der Paulskirche.

Aufruhr an der Paulskirche: Auch ein Mann mit provokantem Söder-Shirt war mit von der Partie, als am Sonntag gegen aktuelle Corona-Maßnahmen protestiert wurde.

München - Eigentlich war klar: Für die Anti-Corona-Großdemo auf der Theresienwiese gab es für den Sonntag (8. November) kein grünes Licht. Sowohl die Stadt als auch das Verwaltungsgericht und der Verwaltungsgerichtshof hatten den Plänen der Gruppe „Querdenken-089“ einen Riegel vorgeschoben. Demonstriert haben die Kritiker der Corona-Maßnahmen trotzdem: an einem anderen Ort, bei einem anderen Veranstalter. Und mit jeder Menge Ärger.

Corona-Protest in München: Teilnehmer trägt Söder-Shirt mit Hitlerbart

Karl Hilz, der Sprecher der Münchner Gruppe, wurde von der Polizei vom St.-Pauls-Platz eskortiert. Er trug keine Maske, und das Attest, das er vorwies, erkannte die Polizei nicht an. „Ich wurde von der Veranstaltung ausgeschlossen“, sagt der pensionierte Polizist. Ein anderer Teilnehmer provozierte mit einem T-Shirt, auf dem Ministerpräsident Markus Söder mit Hitlerbart zu sehen war.

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Rund 190 Menschen waren am späten Nachmittag zu der Kundgebung an der Paulskirche gekommen, bei der es eigentlich um den Weltfrieden ging. Ob es eine Verbindung zu den „Querdenkern“ gibt, ist unklar. Laut Polizei handelte es sich um eine genehmigte Aktion für 50 Teilnehmer. Obwohl sich diese Zahl fast vervierfacht hat, lösten die Beamten die Veranstaltung nicht auf – aus Gründen der Abwägung. Die meisten Teilnehmer hätten sich an die Abstandsregeln und die Maskenpflicht gehalten. Bei zehn Personen wurde laut einem Sprecher die Identität festgestellt. Wie viele Platzverweise es gab, konnte die Polizei am Sonntagabend nicht sagen.

München: Pläne für Corona-Demos auf der Theresienwiese - „Querdenker“ wollen kein Hygienekonzept“

Unklar blieb auch, was mit den weiteren Demonstrationsplänen der Querdenker geschieht. Diese wollten, wie berichtet, eigentlich in dieser Woche jeden Tag auf die Theresienwiese ziehen. Explizit ohne Hygienekonzept, dafür aber mit Teilnehmerzahlen von 10.000 beziehungsweise 50.000 Menschen. Auch diese Anträge hat das Kreisverwaltungsreferat abgewiesen. Das Verbot wurde bereits am Wochenende vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof bestätigt.

Eine Schlappe, die die Gegner der Corona-Maßnahmen mit dem Ulmer Rechtsanwalt Markus Haintz an der Spitze aber nicht hinnehmen wollen. Wie Karl Hilz auf Anfrage erklärte, hat die Gruppe gegen das Verbot Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Bis Sonntagabend stand eine Entscheidung aber noch aus.

Bereits am Samstag waren die Querdenker mit einer Demonstration mit mindestens 20.000 Menschen in Leipzig aufgefallen. Viele verstießen dabei gegen die Corona-Regeln. Als die Polizei daraufhin die Demo auflöste, kam es zu schweren Tumulten – brennende Straßenbarrikaden inklusive.

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