Es geht um richtig viel Geld

Chefs gegen Wiesn-Wirt: Das Drama am Deutschen Theater

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Der Streit um das Deutsche Theater wird noch bis mindestens Juli weitergehen.

Weil die Geschäftsführer des Deutschen Theaters unzufrieden mit ihrem Pächter Lorenz Stiftl sind, haben sie den Wiesnwirt verklagt - auf richtig viel Geld.

München - Die Wirte fordern insgesamt knapp 285 000 Euro. Am Dienstag kam es zum Prozess am Landgericht. Und dort stand großes Drama auf dem Programm! Denn statt einer Einigung kochte der Gastro-Streit im Gerichtssaal erst richtig hoch…

Im Kern geht es um Unstimmigkeiten in Bezug auf den Pachtvertrag. Im Deutschen Theater kümmert sich Lorenz Stiftl um die gesamte Gastronomie, dazu gehört auch das beliebte Restaurant „Schwan“. Geschäftsführer Werner Steer und Carmen Bayer sagen aber: „Herr Stiftl hat sich verkalkuliert. Er soll seine Schulden begleichen.“ Etliche Rechnungen seien unübersichtlich. 105 000 Euro an Betriebskosten stünden noch aus, dazu fordert das Deutsche Theater die Übernahme von Wartungs- und Reinigungskosten in Höhe von 180 000 Euro. Geld, das nun per Gericht eingefordert wird!

Verärgerter Pächter: Lorenz Stiftl.

Aber damit nicht genug. „Wir würden uns über eine sofortige Beendigung des Pacht-Verhältnisses freuen“, sagt Steer. Und setzt noch nach: „Was die Firma Stiftl dem Deutschen Theater angetan hat, ist gravierend. Fast schon unvorstellbar!“

Der Streit eskaliert immer weiter

Harte Worte, die der renommierte Gastro-Unternehmer und Wiesnwirt nicht auf sich sitzen lassen will. „Das ist Rufmord“, beschwerte sich Lorenz Stiftl vor Gericht. Er habe einen siebenstelligen Betrag investiert, als er die Gastronomie im Deutschen Theater übernahm. Mit dem Pachtvertrag ist er aber unzufrieden und fordert nicht nur Anpassungen, sondern im Rahmen einer Widerklage auch die Zahlung von 160 000 Euro. Damit will Stiftl etwa an den Theater-Einnahmen von Garderobe und Catering beteiligt werden.

Mittlerweile liegt der Streitwert in dem Zivilprozess bei 445 000 Euro! Eine gütliche Einigung scheiterte bislang. Selbst eine Mediation half nichts. Stattdessen gab es Zoff vor Gericht. Wirt Stiftl schüttelte mit dem Kopf, als Theater-Chef Steer seine Forderung mit dem bestehenden Vertrag begründete. Er wiederum protestierte, als Stiftl behauptete, Steer sei handgreiflich gegen seine Mitarbeiter geworden. Am Ende musste auch der Richter einsehen: „Das Verhältnis ist stark zerrüttet.“

Werner Steer und Carmen Bayern sind die Geschäftsführer des Deutschen Theaters.

Einig sind die Streithähne nur darin, dass der Pachtvertrag am 30. November 2018 enden wird – und zwar spätestens. Noch länger könnte aber der Prozess dauern, falls es keine Einigung gibt. Bis Ende Juli müssen Steer und Stiftl entscheiden, ob sie einem Vergleich über 20 000 Euro zustimmen, die das Theater an den Wirt zahlen soll.

Soll neuer Pächter zahlen? 

Die Gastro-Pacht hat das Deutsche Theater per Vertrag mit Lorenz Stiftl geregelt. Ein Jahr ging das gut - dann stritten die Geschäftsführer mit dem Wiesn-Wirt. Nach Ende der Pacht (am 30.11.2018) müsste er den gesamten Betrieb zurückrüsten. Eine mögliche Lösung neben dem Gerichtsprozess könnte daher die Ablösung durch einen neuen Pächter sein. Der jedoch müsste Stiftl ausbezahlen. Laut Theater wären dafür 300 000 Euro fällig. Das Geld solle dann an die Geschäftsführung fließen,  als Ausgleich der vermeintlichen Schulden. Lorenz Stiftl dagegen sagt: „Sie werden keinen Anschluss-Pächter zu diesen Konditionen finden.“  

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