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Neue Polizei-Zahlen

Drogen, Gewalt, Straftaten: Der Horror am Hauptbahnhof

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Der Hauptbahnhof ist ein Verbrechens-Schwerpunkt in der Innenstadt.

Es ist Münchens heftigste Ecke: Der Hauptbahnhof sowie das Umfeld zum Stachus und Alten Botanischen Garten. Ein absoluter Brennpunkt für die Polizei!

München - „Und das wird auch so bleiben“, sagt Kriminaldirektor Stefan Kastner, Leiter der Verbrechensbekämpfung, bei der Vorstellung des Sicherheitsreports. Seit Jahren kristallisiert sich der Bahnhof immer deutlicher als Problemfall heraus. Die Zahl der Straftaten nahm dort im Jahr 2016 um 52,6 Prozent auf 4058 zu. Das heißt: Beinahe ein Drittel des stadtweiten Verbrechens-Anstiegs entfällt auf den Hauptbahnhof! Unter anderem reden wir von Drogendelikten (+518 Fälle). Außerdem registrierte das Präsidium 212 Gewaltdelikte mehr als im Jahr zuvor. Und aktuell? Seit 21. Februar gilt nachts am Bahnhof das Alkoholverbot – schon 233 Verstöße dagegen gibt es. Wegen der Nähe zum Bahnhofsviertel wurde kürzlich wie berichtet sogar ein schmiedeeiserner Sicherheitszaun um das Luisengymnasium gezogen…

Drogen

Im gesamten Gebiet rund um den Hauptbahnhof bis zum Stachus und den Alten Botanischen Garten gibt es eine deutliche Zunahme an Rauschgiftdelikten. 2016 registrierte die Polizei eine Zunahme von 518 Fällen (+92,5 Prozent) auf 1078 Verstöße. Je mehr die Polizei präsent ist, desto mehr Dealer erwischt sie. Ein Anstieg derartiger Straftaten in der Statistik belegt also nicht zwangsläufig, dass mehr gedealt wurde, sondern in erster Linie, dass die Polizei viele Rauschgiftkuriere und -händler geschnappt hat.

Schlägereien

Zugenommen hat auch die Gewaltkriminalität. Vor allem der Anstieg bei gefährlichen und schweren Körperverletzungen am Bahnhof um 212 Fälle (plus 66 Prozent auf 533) ist bedenklich. Insgesamt nahm die Gewaltkriminalität stadtweit um 5,7 Prozent zu (4359 Fälle). Am Hauptbahnhof wurden nachts mehr als zwei Drittel der Rohheitsdelikte im Suff verübt. Im Zehn-Jahres-Vergleich ist aber stadtweit ein starker Rückgang zu erkennen. Im öffentlichen Personennahverkehr nahm die Gewaltkriminalität deutlich ab – es gab einen Rückgang um 14 Prozent auf 251 Delikte.

Schwarzfahrer

Im Öffentlichen Personennahverkehr gab es 2016 einen starken Anstieg bei sogenannten Vermögens- und Fälschungsdelikten: Insgesamt 5102 Fälle hat die Polizei registriert. Ein Großteil davon entfällt auf die Zunahme der Leistungserschleichungen – sprich: es gibt immer mehr Schwarzfahrer! Die Zahl stieg von 3671 auf 4688 (plus 27,7 Prozent oder 1017 Fälle). Die Zunahme liegt auch daran, dass mehr Kontrollpersonal eingesetzt und so mehr Verstöße aufgedeckt wurden.

Die neuen Zahlen zur Sicherheit

Erstmals seit 2010 ist die Zahl der Straftaten in der Stadt und im Landkreis gestiegen. Bereinigt um die Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz ergibt sich im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von sechs Prozent auf 110.339 Straftaten. Die Zahl der Vergehen war in den fünf Jahren zuvor kontinuierlich zurückgegangen, hatte 2015 den bisherigen Tiefstand erreicht. Während die Einsatzzahlen auf dem Vorjahresniveau geblieben sind, setzte sich der rückläufige Trend bei den Notrufen fort (von 509.985 auf 492.799).

„Erfreulich ist, dass mehr Bürger wegen verdächtiger Wahrnehmungen angerufen haben“, sagt Pressesprecher Marcus da Gloria Martins. So nahmen die Einsatzzahlen bei verdächtigen Wahrnehmungen um 12,4 Prozent zu. Das sei vor allem im Zusammenhang mit Einbrüchen wichtig. Hier verzeichnete die Münchner Polizei 2016 einen deutlichen Zuwachs.

Laut Kriminaldirektor Stefan Kastner ist auch die Videoüberwachung im Kampf gegen Kriminalität wichtig. Bisher gibt es zwei polizeiliche Überwachungskameras am Bahnhofsvorplatz, in Kürze sollen es fünf werden. Martins betont: Sinnvoller, als städtisches Personal zu bewaffnen, sei es, dass Spaziergänger ohne kriminelle Absichten den Alten Botanischen Garten als öffentlichen Raum zurückgewinnen.

Stefanie Wegele

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