Somalier erbricht sich

Falscher Ebola-Verdacht: Hauptbahnhof abgesperrt

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Hier erbrach sich der Mann aus Somalia vor dem Hauptbahnhof.

München - Ein vermeintlicher Ebola-Verdacht hat am Freitagmittag für Aufregung gesorgt. Ein Teil des Münchner Hauptbahnhofs war für rund eine Stunde lang abgesperrt.

Das Todesvirus Ebola: Tausenden Menschen hat es in Afrika das Leben gekostet. Nur ein einziger Patient der Seuche wurde bisher überhaupt erst in Deutschland behandelt. Und am Freitag gab es sogar den ersten Verdacht auf einen Ansteckungsfall mitten in München. Vormittags wurde am Hauptbahnhof der Ebola-Alarm ausgerufen!

Die Schockminuten gegen 11 Uhr: Ein etwa 20-jähriger Mann aus Somalia, der gerade mit seiner ebenfalls afrikanischen Begleiterin von Bundespolizisten vernommen wird, muss sich am Starnberger Flügelbahnhof mehrfach übergeben und bricht mit Fieber entkräftet zusammen. Es sind die typischen Symptome der Todesseuche! Am Morgen hatten die Beamten beide im Gleisbereich der Hackerbrücke ohne Ausweispapiere aufgegriffen. Der schlimme Verdacht: Der Flüchtling ist mit dem hochaggressiven Erreger infiziert, das sich per Tröpfcheninfektion in der Luft rasend schnell ausbreitet. Nachdem eine Rettungsärztin ihn untersucht hat, schlägt die Polizei Alarm! „Wir haben sofort auf Ebola geschlossen und das Gesundheitsamt verständigt“, sagt Sprecherin Elisabeth Matzinger. Die Behörden wissen: Täglich halten sich rund 450 000 Fahrgäste und Besucher im Hauptbahnhof auf. Eine Ansteckung mit dem Todesvirus wäre kaum zu verhindern.

Mehrere Beamte decken deshalb das Erbrochene mit einem Laken ab, sperren vor dem Starnberger Flügelbahnhof meterweit ab und hindern Passanten am Vorbeigehen. Sie selbst aber sind völlig ungeschützt! Spezialisten des Gesundheitsamtes rücken an, um den Fall genauer zu untersuchen. Erst am Mittag geben sie Entwarnung: „Wir können eine ansteckende Krankheit ausschließen.“

Laut Polizei litt der Afrikaner an einer Gastritis. Trotzdem bringen die Einsatzkräfte ihn und seine Begleiterin ins Klinikum – die Sonderisolierstation in Schwabing wurde laut Gesundheitsreferat aber nicht hochgefahren. Auch wenn der Ebola-Verdacht sich nicht bestätigt hat, nimmt die Polizei den Fall extrem ernst: „Wir standen weiterhin stündlich mit den behandelnden Ärzten in Verbindung.“

Bilder: Hauptbahnhof nach falschem Ebola-Alarm abgesperrt

Bilder: Hauptbahnhof nach falschem Ebola-Alarm abgesperrt

Ebola: Darum ist die Krankheit so gefährlich

A. Thieme, S. Brenner

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