Besitzerin bekommt Geld unter Tränen zurück

Ehrlicher Finder gibt 1200 Euro zurück

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Ein Ehrenmann: Ali Patir (50) fand im ICE 1200 Euro, gab alles zurück und bekam dafür 50 Euro Finderlohn.

München - Ein gewissenhafter Reinigungsmitarbeiter der Bahn hat eine 77-jährige Reisende aus Mannheim glücklich gemacht: Er gab 1200 Euro zurück.

Erst weinte sie vor lauter Verzweiflung. Und dann weinte sie gleich wieder – diesmal vor lauter Glück. Ein gewissenhafter Münchner Reinigungsmitarbeiter der Bahn hat eine 77-jährige Reisende aus Mannheim glücklich gemacht. Familienvater Ali Patir (50) nämlich fand auf einer Zugtoilette ein kleines Vermögen – und brachte es der verzweifelten Seniorin zurück.Zu diesem Zeitpunkt hatten die Dame und die Bundespolizei eigentlich schon die Hoffnung aufgegeben …

Auf der Durchreise nach Mannheim war die Frau am Sonntag auf Gleis 13 angekommen. Um 14.30 Uhr suchte sie völlig aufgelöst Hilfe bei einer Streife der Bundespolizei. Kurz vor der Einfahrt in den Münchner Hauptbahnhof hatte sie im ICE noch einmal die Zugtoilette aufgesucht und erst nach dem Aussteigen bemerkt, dass sie ihre Bauchtasche mit 1200 Euro Bargeld dort hatte liegen lassen. Zu diesem Zeitpunkt war der Zug zum Lokomotivwechsel gerade aus dem Bahnhof gezogen worden.

Die Bundespolizisten nahmen die Seniorin mit zur Wache und telefonierten sämtliche Stellen der Bahn und des Fundbüros ab. Auch den mittlerweile gereinigten Zug suchten die Polizisten noch einmal ab. Keine Spur von der Tasche. Als die Polizisten gerade die Anzeige wegen Unterschlagung schreiben wollten, klingelte draußen ein Vorarbeiter des Reinigungsputztrupps. Ihm hatte der freundliche Ali Patir kurz zuvor die schwarze Bauchtasche übergeben, die er bei der Toilettenreinigung gefunden hatte! Die alte Dame stieß einen Freudenschrei aus, öffnete mit zittrigen Händen den Reißverschluss – und dann rollten die Freudentränchen. Das Geld war vollzählig vorhanden. „Oh Gott, wie bin ich froh. Es ist schön zu wissen, dass es noch so ehrliche Menschen gibt“, sagte sie unter Tränen. Für Ali Patir hinterließ sie vor der Heimfahrt nach Mannheim 50 Euro Finderlohn, über den er sich sehr freute.

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Die tz traf den türkischen Familienvater von der Schwanthalerhöhe am Montag am Gleis 13. „Die Leute lassen viel liegen“, schilderte er. Handys, Taschen, Schirme, Schmuck – all das wird jeden Tag im Fundbüro abgegeben. Ali Patir und seine Kollegen achten darum auch immer darauf, dass niemals Unbefugte in abgestellte Züge steigen. Und so wurden auch die 1200 Euro rechtzeitig gefunden.

Doch viel wichtiger ist doch: Ali Patir und seine Kollegen haben eine alte Dame glücklich gemacht. Und das ist unbezahlbar.

Dorita Plange 

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