Eklat um das Abrisshaus

Stadtrat beschließt Neubau an der Müllerstraße!

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Bis Mittwoch forderten 4133 Unterzeichner den Erhalt der Müllerstraße 4.

München - Jetzt ist es amtlich: Das 150 Jahre alte Wohnhaus an der Müllerstraße 4 wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Das beschloss am Mittwoch der Stadtrat gegen die Stimmen von CSU und FDP.

Da sich der Bezirksausschusschef Wolfgang Püschel (SPD) im Stadtrat für den Erhalt des Hauses einsetzte, kam es vor dem Sitzungssaal zum Eklat.

„Du muss du dich doch als Sozialdemokrat schämen, in diesem einem Haus Flüchtlinge unterbringen zu wollen“, herrschte Reissl Püschel im Vorraum des Rathaussaales lautstark an. Vor den Ohren von Goldgrund-Chef Till Hofmann, der mit seinen Künstlern am Dienstag in der Müllerstraße noch für den Erhalt der Müllerstraße 4 getrommelt hatte. Reissl mahnte Püschel zur „Parteidisziplin“. Dieser war der Meinung, die Bausubstanz des nun zum Abriss vorgesehenen Hauses sei wesentlich besser, als vom Kommunalreferat geschildert. Püschel schlug vor, das Haus zu sanieren und in der Zwischenzeit die dort leer stehenden Wohnungen mit Flüchtlingen zu belegen. Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD) hatte zuvor noch CSU-Vorwürfen widersprochen, in der Müllerstraße würden für netto 5,1 Millionen Euro „Luxuswohnungen“ gebaut. Die Mieten im umgebauten Müller-Block würden laut Markwardt künftig zwischen 4,95 und 9,25 Euro betragen. Für den Neubau muss auch der Gewerbebau im Innenhof weichen, das grüne Eckhaus darf stehen bleiben und wird saniert.

Beim Leerstandshaus in der Pilotystraße wird geprüft, ob die vom Sozialreferat favorisierte 2,9 Millionen-Euro-Sanierung umgesetzt wird oder die von der CSU vorgeschlagene 800.000-Euro-Variante.

Johannes Welte

Wahlkampfthema Wohnungsbau

Wolfgang Püschel spricht, OB Christian Ude und Bürgermeisterin Christine Strobl staunen.

Heftiger Schlagabtausch zum Thema Wohnen im Stadtrat. OB-Kandidat Michael Mattar (FDP) ärgerte sich über den neuen SPD-Plan, Häuser in der Innenstadt aufzukaufen, um die Bewohner zu schützen: „Das schafft keine einzige neue Wohnung und verteuert nur die Preise.“ CSU-Kandidat Josef Schmid hielt Rot-Grün Fehler vor – zu viel Bürokratie und Vorschriften, zu wenig Tempo. Die grüne OB-Kandidatin Sabine Nallinger konterte: Wenn mehr gebaut werden soll, warum stelle die CSU dann die Gartenstädte unter „Artenschutz“? SPD-Planungssprecher Christian Amlong bezeichnete die CSU als „Wohnbebauungsverhinderer“, da sie weniger Baurecht gefordert habe. Unter Rot-Grün seien 125.000 Wohnungen entstanden.

DAC

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