Bundespolizei stellt 18-Jährigen in Hotel

Falscher „Sicherheitsmann“ mit Kampfhund festgenommen

Er gab sich als Sicherheitsdienstler der Bahn aus. Sein Kampfhund biss am Hauptbahnhof zu. Einen Monat später ist die Bundespolizei einem 18-Jährigen auf die Schliche gekommen.

München - „Joker“ wiegt 54 Kilo, seine Augen sind dunkel. In der Nacht zu Silvester biss der „Kampfhund“ einen 22-jährigen Nigerianer am Münchner Hauptbahnhof in den Arm. Jokers Halter wurde am Dienstagnachmittag von der Bundespolizei in einer Hotel-Lobby festgenommen. Die Beamten fanden Handschellen, Pfefferspray, einen Teleskopschlagstock mit Holster und eine Schreckschusswaffe mit 15 Schuss Munition bei dem jungen Mann.

Ausgestattet mit Handschellen, Pfefferspray und Schreckschusswaffe

„Joker“ biss einen Mann am Hauptbahnhof. Den Halter des Kampfhunds nahm die Bundespolizei nun fest. 

Der 18-Jährige war in jener Nacht mit Einsatzgürtel und Dienstkleidung unterwegs - obwohl er gar nicht als Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn angestellt war. So täuschte er auch die Bundespolizei, die nach Jokers Biss gegen 2.30 Uhr in ein Zwischengeschoss des Hauptbahnhofs gerufen worden war. Die Beamten nahmen nach eigenen Angabenan, dass der Mann ordnungsgemäß seiner Kontrolltätigkeit nachging. Doch Ermittlungen zeigten bald: Der 18-Jährige war regelmäßig ohne Auftrag auf Kontrollgang im öffentlichen Raum. Zwar arbeitete er tatsächlich bei einem Sicherheitsunternehmen, das Arbeitsverhältnis war jedoch Mitte Oktober beendet worden.

Zur Vernehmung wegen gefährlicher Körperverletzung erschien der Mann in Sicherheitskleidung und verweigerte die Aussage. Einen Arbeitsvertrag konnte er nicht vorlegen. Da er zuvor noch angegeben hatte, die Stadt verlassen zu wollen, wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Der Hund der Rasse Dogo Canario, den der junge Mann bei sich führte, hatte den in Bayern notwendigen Wesenstest nicht abgelegt. Wer den „Kampfhund“ in Bayern halten will, braucht eine Sondergenehmigung von der Wohngemeinde. Am 22. September und 11. Oktober letzten Jahres war das Tier geschwächt ins Münchner Tierheim gebracht worden.

gma

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