Dramatische Lage in Budapest

"Germany, Germany": 1000 Flüchtlinge demonstrieren für Weiterfahrt nach München

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In Budapest verschärft sich die Lage.

München - Über 2000 Flüchtlinge sind in nur zwei Tagen in München angekommen. In Budapest verschärft sich derweil die Lage: Dort protestieren 1000 Flüchtlinge für die Weiterreise nach München. Derweil macht Italien die Brenner-Grenze für Flüchtlinge dicht.

Flüchtlinge in München: So helfen die Bürger

Natürlich halten wir Sie auch am Donnerstag in einem Ticker über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden, auch über den Asylgipfel. Den Ticker finden Sie hier.

+++ 19.43 Uhr +++ Bayern fordert mehr finanzielle Unterstützung des Bundes für die Länder und eine Reihe schneller politischer Weichenstellungen. „Hier geht es nicht um Millionen, sondern um Milliarden“, sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Mittwochabend nach einer Sondersitzung des bayerischen Kabinetts in München.

+++ 19.10 Uhr +++ Der ungarische Regierungschef Viktor Orban wird am Donnerstag in Brüssel zu Beratungen über die jüngste Zuspitzung der Flüchtlingskrise erwartet. Orban trifft unter anderem EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und im Anschluss Ratspräsident Donald Tusk.

+++ 17.58 Uhr +++ Auf Drängen Bayerns macht Italien seine Grenze für Flüchtlinge dicht: Sie sei bereit, am Brenner wieder zu kontrollieren, um Einwanderer an der Weiterreise durch Österreich nach Deutschland zu stoppen, gab die italienische Provinzregierung am Mittwoch bekannt.

+++ 17.13 Uhr +++ In den kommenden Tagen werden nicht nur in München Züge mit Flüchtlingen ankommen: Auch in Berlin werden mehrere hundert Menschen erwartet. Möglicherweise kämen auch mehrere tausend an, sagte Regierungschef Michael Müller (SPD) auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Bereits am Dienstag haben sich nach Senatsangaben in Berlin 480 Flüchtlinge angemeldet - mehr als doppelt so viele wie zunächst erwartet.

+++ 16.42 Uhr +++ Die Lage in Budapest in weiterhin angespannt: Mit massivem Polizeiaufgebot werden Flüchtlinge gehindert, in die Züge nach Deutschland zu steigen. Humanitäre Hilfe gibt es kaum, die Menschen hausen über Tage unter schwierigsten Bedingungen in der Transitzone. Unterstützung kommt hier fast nur von Ehrenamtlichen. Doch die sind mit den Tausenden Menschen komplett überfordert.

Rund 270 Menschen in Franken untergebracht

+++ 16.38 Uhr +++ Ein Teil der Flüchtlinge vom Münchner Hauptbahnhof ist erfolgreich in fränkischen Flüchtlingsunterkünften untergebracht worden. In Bussen wurden die Menschen nach Nürnberg, Dinkelsbühl, Pleinfeld, Neustadt bei Coburg und Kulmbach gebracht.

+++ 15.28 Uhr +++ Der Unions-Innenpolitiker Stephan Mayer (CSU) hat die Wiedereinführung von Kontrollen an der Grenze zwischen Italien und Österreich als richtige Reaktion auf die derzeit hohen Flüchtlingszahlen bezeichnet. "Ich begrüße es außerordentlich, dass diese Grenzkontrollen zwischen Italien und Österreich jetzt eingeführt werden", sagte Mayer. Das sei auch der Wunsch der bayerischen Staatsregierung angesichts der dramatischen Zunahme der Flüchtlinge in Südbayern, unter anderem auch am Münchner Hauptbahnhof.

+++ 15.07 Uhr +++ Die Flüchtlinge, die in den vergangenen Tagen unter anderem am Münchner Hauptbahnhof angekommen sind, sollen nun auch in Niedersachsen untergebracht werden. Im Erstaufnahmelager in Braunschweig sollen in den nächsten Tagen 200 Flüchtlinge ankommen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Hannover. Wann dies genau sei, könne derzeit nicht gesagt werden.

+++ 14.36 Uhr +++ Tipps für Mieter und Vermieter: Viele wollen Flüchtlingen helfen, indem sie ihnen einen Wohnplatz zur Verfügung stellen. Hierzu sollte man sich beim Sozialamt der jeweiligen Kommune melden, teilt der Verein "Pro Asyl" mit. Dort könne auch ein Mietvertrag abgeschlossen werden, wenn der Status des Asylbewerbers noch unklar ist. Flüchtlinge mit Asylberechtigung können einen ganz normalen Vertrag abschließen. Bei Untervermietung muss der Vermieter grundsätzlich zustimmen.

Wiedereinführung von Grenzkontrollen am Brenner entlasten Bayern

+++ 14.27 Uhr +++ Italien hat sich auf Bitten Deutschlands bereit erklärt, vorübergehend die Kontrollen am Brenner an der Grenze zu Österreich wieder einzuführen, um Bayern bei der Bewältigung der aktuellen Flüchtlingssituation zu unterstützen.  Die Provinz Bozen werde mit Zustimmung der italienischen Regierung für einige Tage 300 bis 400 Flüchtlinge aufnehmen, um Bayern zu ermöglichen, sich auf die Zuwanderung einzustellen.

+++ 12.33 Uhr +++ Regierungspräsident Christoph Hillenbrand bilanziert nach der morgendlichen Lagebesprechung die vergangenen Tage: Die rund 3300 Flüchtlinge, die seit Montag am Münchner Hauptbahnhof angekommen sind, konnten aufgenommen, medizinisch versorgt und in Aufnahmeeinrichtungen in Bayern sowie in andere Bundesländer weitergeleitet werden. Auch lobte er die großartige Helferleistung: "Das war und ist ein hochprofessionelles 'Hand in Hand'".

So viele Flüchtlinge wie noch nie sind in München angekommen.

+++ 12.10 Uhr +++ Derzeit befinden sich lediglich 50 neu eingetroffene Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof. Dort werden sie von der Polizei registriert. Freiwillige Helfer versorgen sie mit Essen und Trinken.

+++ 11.55 Uhr +++ Am Budapester Bahnhof sieht die Lage der Flüchtlinge ganz anders aus als in München: Bis zu 3000 Asylsuchende mussten dort die Nacht über im Freien ausharren. Jetzt protestieren etwa 1000 Menschen mit Rufen wie "Germany, Germany" für eine Weiterreise nach Deutschland. Viele von ihnen haben bereits eine Fahrkarte gekauft. In den kommenden Stunden wird sich zeigen, wie sich das auf die Lage in München auswirkt.

+++ 11.27 Uhr +++  Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) hat die Registrierungshalle für Flüchtlinge am Morgen besucht. Sie lobte die Arbeit der Polizei - und kritisierte die der Bundespolitik. 

+++ 11.11 Uhr +++  Die Polizei rechnet mit weniger Flüchtlingen. Die Lage am Hauptbahnhof München hat sich seit heute Nacht etwas beruhigt.

Flüchtlinge in München: Auch die Israelische Kultusgemeinde ist überwältigt 

+++ 10.58 Uhr +++ Jetzt äußert sich auch die Präsidentin der Israelischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, zum großartigen Engagement der Flüchtlings-Helfer am Hauptbahnhof München: "Ich bin überwältigt von dem herausragenden Einsatz der Münchnerinnen und Münchner. Gerade auch die Münchner Polizei meistert mit großer Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft diese schwierige Situation. Die Welt sieht jetzt auf wunderbare Weise, was ‚Weltstadt mit Herz‘ bedeutet", teilte Knobloch mit. 

+++ 10.43 Uhr +++ Für alle, die sich fragen, wie sie den Flüchtlingen am Münchner Hauptbahnhof helfen können, haben wir von der Polizei und der Diakonie Hinweise, was benötigt wird. 

+++ 8.21 Uhr +++ In dieser Woche kamen so viele Flüchtlinge wie noch nie nach Bayern, 2000 waren es allein am Dienstag. Nun heißt es: schnell Unterkünfte schaffen. Im Tenniscenter in Keferloh wurde etwa in einer Nacht- und Nebelaktion ein Notlager aufgebaut. Bayerns Sozialministerin Emilia Müller hat am Dienstag bei der Eröffnung des "Balkanzentrums" in Manching die EU-Länder zu mehr Solidarität aufgefordert. Das Gleiche würde für andere Bundesländer gelten, denn: "Bayern allein kann diesen Zugang nicht schultern." 

Flüchtlinge in München: Heute werden weitere Züge aus Ungarn erwartet

+++ 7.25 Uhr +++ Einen separaten Artikel zur großen Hilfsbereitschaft der Münchner lesen Sie hier.

+++ 6.37 Uhr +++ An Spenden werden laut BR noch Plastikbecher und Hygieneartikel für Männer gebraucht.

+++ 6.25 Uhr +++ Die Polizei dankte gestern Abend via Twitter für die viele Hilfsbereitschaft. Ihren Angaben zufolge werden zunächst keine Sachspenden mehr benötigt. Für Rückfragen bezüglich Spenden gibt es diese E-Mail-Adresse der Stadt: engagement.soz@muenchen.de

+++ 6.17 Uhr +++ Heute werden neue Züge aus Österreich und Ungarn im Zwei-Stunden-Takt erwartet. Seit gestern Abend sind laut BR rund 150 neue Flüchtlinge angekommen. Am frühen Morgen sei kein einziger Flüchtling am Hauptbahnhof gewesen, es musste also auch keiner am Hauptbahnhof übernachten.

+++ 6.10 Uhr +++ Am Münchner Hauptbahnhof sind in der Nacht auf Mittwoch keine weiteren Flüchtlinge angekommen. Der letzte Zug sei gegen 1 Uhr eingetroffen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Unter den Passagieren seien keine Flüchtlinge gewesen. Ab dem frühen Morgen sollten wieder Züge aus Ungarn anrollen. Ob Flüchtlinge an Bord waren, war zunächst unklar. „Da können wir keine Prognose abgeben“, sagte der Polizeisprecher. 

+++ 5.00 Uhr +++ So viele Flüchtlinge wie noch nie sind am Montag und am Dienstag in München angekommen. Nach der Registrierung der Männer, Frauen und Kinder aus Syrien oder Afghanistan ist nun die nächste Frage: Wie geht der Freistaat mit den vielen Menschen nun um? Wir halten Sie hier weiter auf dem Laufenden.

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