Der Grund dafür ist typisch deutsch ...

Nächtliches Alkoholverbot am Hauptbahnhof verschoben

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Das Alkoholverbot am Hauptbahnhof tritt noch nicht in Kraft.

München - Peinlich, peinlich! Das von der Stadt München verhängte Alkoholverbot am Hauptbahnhof sollte am Mittwoch in Kraft treten - tut es aber nicht. Der Grund: Ein Formfehler.

Am gestrigen Mittwochabend hätte das Verbot in Kraft treten soll: Nachts soll im und am Hauptbahnhof künftig kein Alkohol mehr getrunken werden. Die Verordnung der Landeshauptstadt kommt nun aber erst mit 10 Tagen Verzögerung. Die Polizei hatte sich gestern laut Rathaus noch an einem Formfehler gestoßen.

Die Verordnung wurde im jüngsten Amtsblatt der Stadt veröffentlicht. Das Dokument umfasst zwei Seiten Satzungstext sowie einen einseitigen Plan. Das Problem: Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte nur unter die Seite mit dem Plan seine Unterschrift gesetzt, nicht aber explizit auch noch unter den Satzungstext.

Die Polizei wollte die Verordnung offenbar aufgrund dieser Unklarheit noch nicht umsetzen. Das Amtsblatt erscheint nur alle 10 Tage – das Verbot wird nun also noch eine Zeit lang ruhen.

Ganz im Sinne der Jungen Liberalen, die ohnehin Missfallen daran geäußert hatten. Der FDP-Nachwuchs kritisiert die Einführung des Verbots als diskriminierend und kontraproduktiv.

„Ein Alkoholverbot unterbindet keine Gewalttat“, sagte der bayerische Landesvorsitzende der Jungen Liberalen, Lukas Köhler, gestern. Es sei ein „nicht gerechtfertigter Eingriff in die Rechte der Münchner“ und „eine Schikane von Feierfreudigen, nicht Gewalttätigen“. Die Jungen Liberalen sähen in dem Verbot keine Lösung, sondern lediglich eine Gängelung der Bürger. „Betrunken wird sich nicht am Hauptbahnhof, sondern in den Bars der Sonnenstraße“, so Köhler. „Mehr Polizisten, die Präsenz auch im Umfeld des Hauptbahnhofs gerade abends und am Wochenende zeigen, sind die deutlich effizientere Lösung.“ Das Verbot verhindere keine Ansammlung von alkoholisierten Menschen, sondern führe nur zu einer Verlagerung an andere Stationen oder Bahnhöfe, sagte auch Laura Reif, die stellvertretende Vorsitzende der Jungen Liberalen München.

Der Stadtrat hat das Alkoholverbot bereits im vergangenen Jahr beschlossen. Es ist eine direkte Reaktion auf den Anstieg der Kriminalität rund um den Bahnhof in der jüngeren Vergangenheit. Von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens soll dort bald sowohl der Konsum als auch das Mitführen von alkoholischen Getränken, die zum Verzehr vor Ort bestimmt sind, verboten sein.

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jv/man

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