Nächsten Freitag ist Anstich

Auf dem Frühlingsfest lebt das Hippodrom weiter

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Frauen-Power: Tina Krätz (l.) und Johanna Barsy führen das Zelt auf dem Frühlingsfest.

München - Auf der Wiesn ist es Geschichte, aber auf dem Frühlingsfest lebt das Hippodrom weiter. Sepp Krätz' Frau Tina und seine Schwester führen hier die Geschäfte - und haben bis zum Anstich noch viel zu tun.

Die Wiesn im vergangenen Jahr lief erstmals ohne das Hippodrom über die Bühne. Nach dem Steuerskandal um den ehemaligen Wiesn-Wirt Sepp Krätz übernahm hier Sigi Able mit dem neuen Marstall.

Aber auf dem Frühlingsfest ab nächsten Freitag lebt das Hippo weiter: Schon zum zweiten Mal führen Krätz’ Frau Tina und seine Schwester Johanna Barsy hier die Geschäfte. Am Freitag zogen die Wirtinnen in ihr Festbüro auf dem Wiesn-Gelände um.

Und sie haben bis zum Anstich nächsten Freitag noch alle Hände voll zu tun: „Die Dirndl und Hemden für die Bedienungen sortieren, Computer anschließen, Gutscheine vorbereiten und verschicken, Küche aufbauen – es muss noch einiges erledigt werden“, berichtet Tina Krätz.

Bereits im zweiten Jahr führen die Ehefrau und Schwester von Krätz das kleine Festzelt auf dem Frühlingsfest mit über 150 Angestellten. Nach dem Steuerprozess hatte sich Krätz im Jahr zurückgezogen, nachdem er die Konzession für die Wiesn verloren hatte.

Das Hippodrom.

Die Stadt erlaubte aber, dass das Frühlingsfest-Zelt in Familienhand bleibt – die Damen übernahmen. Nächsten Freitag geht es los: Um 16 Uhr wird angezapft. Und hier lebt nicht nur der Name Hippodrom weiter: Die knallrote Fassade mit den gelben Ornamenten, die historischen Pferde, auch die Bilder und historischen Plakate im Festzelt stammen aus dem großen Festzelt.

„Wir freuen uns, dass es endlich losgeht“, sagt Tina Krätz. Für sie steht dann eine stressige Zeit an: Jeden Tag hält sie von 9.30 bis 24 Uhr den Betrieb im Festzelt am Laufen. Die Damen sind mittlerweile ein eingespieltes Team: Tina Krätz kümmert sich vor allem um die Gästebetreuung und Reservierungen, Schwägerin Johanna Barsy um Dienstpläne und Personal.

Und ein paar Neuerungen haben die Krätz-Frauen auch auf dem Plan: Täglich ab 18 Uhr spielt die Band Bergluft, edle Tropfen gibt’s in der Wilderer Weinbar, außerdem stehen neue Gerichte, etwa Spargel mit Wiener Schnitzel, auf der Karte.

An den Kindertagen jeweils Dienstags gibt’s Musik und günstige Menüs. Was außerdem alle Bayern-Fans freuen wird: Die Championsleague-Partie am 21.April gegen den FC Porto wird live auf zwei Großleinwänden übertragen.

... und Sepp Krätz kümmert sich um die WaWi

Sepp Krätz wird man auf dem Frühlingsfest eher nicht antreffen. „Mein Mann kommt höchstens mal als Gast“, sagt Tina Krätz der tz. „Ansonsten wird er sich ein bisserl um die Waldwirtschaft kümmern.“

Im März letzten Jahres war Krätz wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 1,1 Millionen Euro zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. OB Dieter Reiter (SPD) schmiss ihn von der Wiesn, im Andechser am Dom übergab Krätz die Geschäftsführung an seine Tochter Stefanie.

Im August entschied das Münchner Landratsamt, dass die Konzession für die WaWi bei der Waldwirtschaft GmbH und somit in der Familie bleiben kann. Ein Betretungsverbot gibt es nicht – das Landratsamt mahnte ihn lediglich zur „Zurückhaltung“ an.

Alle wichtigen Infos zum Frühlingsfest gibt es hier.

C. Meyer

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