„Wieder am Platz“

Das Gärtnerplatztheater ist zurück: Bürger bestaunen den neuen Glanz

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Ursprünglich und originalgetreu: Viele Bürger bewundern am Sonntag beim Tag der offenen Tür das sanierte Gärtnerplatztheater.

Das Publikum hat es endlich wieder: Fünfeinhalb Jahre nach Beginn der Sanierung öffnete das Gärtnerplatztheater am Sonntag erstmals seine Türen für die Öffentlichkeit. Hunderte stürmten das altehrwürdige Gebäude und bestaunten seinen neuen Glanz.

Eva Hundemer war schon vor der Sanierung häufig im Gärtnerplatztheater. Sie kennt es gut. „Ich freue mich, dass es so ursprünglich und originalgetreu geblieben ist“, sagt die 58-Jährige am Sonntag bei der Besichtigung. Die ganze Technik mal aus der Nähe zu erleben, sei sehr eindrucksvoll, fügt die medizinisch-technische Assistentin an. Sie werde auf jeden Fall wieder zu Vorstellungen kommen.

So beeindruckt wie Eva Hundemer zeigen sich am Sonntag viele Kiebitze. Zunächst bewundern die Zuschauer den Eingangsbereich und das Foyer mit Blick auf den Gärtnerplatz und lauschen einem Kammermusik-Ensemble. Dann dürfen sie auf den Stühlen im Parkett probesitzen. „Voller Stolz und Freude“ tritt Intendant Josef E. Köpplinger dann auf die Bühne – und erklärt sichtlich gerührt: „Ich bedanke mich für so viel Zuneigung und Ihre unfassbare Geduld.“ Das Highlight für die begeisterten Zuschauer aller Altersklassen: Sie dürfen selbst auf die Bühne und von hier aus einmal erleben, wie es ist, wenn der große Vorhang fällt.

Eva Hundemer ist beeindruckt vom Ambiente des Theaters und möchte auf jeden Fall wiederkommen.

Ein wenig Unmut gibt es nur, weil die Neugierigen nur in kleineren Gruppen je eine Stunde ins Gebäude dürfen. Schon eine Viertelstunde vor Eröffnung um 14 Uhr sind wegen des Ansturms nur noch Einlasskarten für 18 Uhr erhältlich. Intendant Köpplinger entschuldigt dies mit feuerpolizeilichen Gründen. Ein Tag der offenen Tür im Wortsinn sei leider nicht möglich gewesen. Wiedereröffnet wird das Theater nun am 19. Oktober mit der Operette „Die lustige Witwe“, wobei der neue Chefdirigent Anthony Bramall seinen Einstand feiert. Die Generalsanierung hatte sich immer wieder verzögert. Die damalige Planung, das architektonische Juwel 2015 zum 150-jährigen Jubiläum wiederzueröffnen, klappte nicht. Das Kostenvolumen explodierte am Ende von einer hohen zweistelligen Millionensumme auf 121 Millionen Euro. Während der Umbauphase war das Gärtnerplatztheater unter anderem im Prinzregententheater und im Cuvilliés-Theater untergebracht.

Ansturm: Früh herrscht dichtes Gedränge

Nun freuen sich viele, dass der Vorhang in dem Traditionshaus am Gärtnerplatz bald wieder aufgeht. Monika Kayser (59) zum Beispiel, medizinische Assistentin aus München, erklärt: „Ich bin begeistert. Gerade das Foyer erinnert an ein italienisches Schloss.“ Sie sei regelmäßige Theatergängerin, habe schon Abos für zwei andere Häuser. „Wenn ich Zeit habe, werde ich jetzt aber auch regelmäßig zum Gärtnerplatz kommen“, sagt Kayser. 

Miriam Linder wohnt nun schon seit einigen Jahren in München. Doch noch nicht lange genug, um das Theater jemals von innen gesehen zu haben. Die 29-jährige Consulting-Expertin freut sich nun umso mehr: „Ich bin beeindruckt von diesem schönen Theater. Allein hier einmal auf die Bühne gehen zu dürfen und alles aus der anderen Perspektive zu sehen, ist toll.“ Sie habe früher klassische Gitarre auf kleineren Bühnen gespielt. Das wecke Erinnerungen.

Miriam Linder begeht ihren Premierenbesuch.

Auch die Familie Fröhlich aus München hat sich am Sonntag Zeit genommen. Kinderärztin Bettina (35) und Projektleiter Peter (42) Fröhlich haben ihren kleinen Sohn Samuel mitgebracht. Sie sind das erste Mal hier. Aber das Ehepaar versichert: „Wir werden uns hier bestimmt mal eine Operette anschauen.“

Familie Fröhlich hat auch den Sohnemann dabei.

Nach fünf Jahren Sanierung: So schön ist das neue Gärtnerplatztheater

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