24-Jähriger bei Zeugenaussage festgenommen

Geld vorgestreckt: Chef rettet Angestellten vor Haft

München - Er wollte als Zeuge aussagen - und wurde verhaftet. Dem Wohlwollen seines Arbeitsgebers hat ein 24-Jähriger aus Sendling zu verdanken, dass er vorerst nicht ins Gefängnis muss.

Ein 24-jähriger Sendlinger erschien am Mittwochmorgen zu einer Zeugenaussage in einem Fall einer Körperverletzung beim Ermittlungsdienst der Bundespolizei. Hier kam heraus, dass gegen den 24-jährigen Münchner eine Haftausschreibung zur Festnahme vorlag.

Er hatte eine Geldstrafe über 1.873,50 Euro wegen Körperverletzung nicht beglichen und war deswegen von der Staatsanwaltschaft München I zwecks Haftvollvollstreckung (120 Tage) am 16. März zur Fahndung ausgeschrieben worden.

Da der Mann erst vor drei Wochen eine neue Arbeitsstelle aufgenommen hatte, und selbst das Geld nicht beisteuern konnte, nahm der Vernehmungsbeamte Kontakt zur Staatsanwaltschaft auf. Auskunft: Nach Begleichung der Hälfte der Geldstrafe und Zustimmung zur Ratenzahlung der anderen Hälfte, kann der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt werden.

Daraufhin informierte der Zeuge den neuen Chef des Mannes. Weil der Münchner dort einen guten und engagierten Eindruck seit Arbeitsbeginn hinterlassen hatte, streckte ihm der Unternehmer 900 Euro Gehalt vor. Nach Zusicherung der Ratenzahlung und Vorweisung eines festen Wohnsitzes konnte der Sendlinger die Wache freien Fußes verlassen.

"Bleibt zu hoffen", so der Ermittler der Bundespolizei, "dass der 24-Jährige diesen Warnschuss verstanden hat und auch die Hilfe annimmt, die ihm sein Chef durch die Unterstützung gewährt." Sollte er der Ratenzahlung nicht nachkommen, würde er auch wieder zur Festnahme ausgeschrieben werden.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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