Polizei nimmt Roman H. fest

Glockenbach: Inges Mörder lebte nebenan

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Die Spurensicherung bei der Arbeit: Damals ahnte noch niemand, dass sich der Täter häufig in der Nachbarwohnung aufhielt.

München - Spektakuläre Festnahme im Mordfall Inge Wittersheim († 69)! Der mutmaßliche Mörder der Witwe ist am Mittwochmorgen gefasst worden – und zwar in der Nachbar-Wohnung.

Nach tz-Informationen lebte Roman H. (36) zuletzt Tür an Tür mit dem Opfer! Dreieinhalb Monate nach der Bluttat zog sich die Schlinge um den Arbeitslosen immer weiter zu. Roman H. war sofort nach dem Auffinden der Leiche im Haus von den Beamten der Mordkommission befragt worden, rund zwei Wochen später im Präsidium noch einmal. Schließlich das eindeutige Gutachten, dass seine DNA auch tatrelevant war (siehe Text unten).

„Wir sind so froh, dass sie ihn endlich haben“, sagt ein Hausbewohner zur tz. „Dass er die letzten drei Monate auch hier gelebt hat, ist unfassbar.“ Roman H., der aus Geisenfeld im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm stammt, hielt sich die meiste Zeit bei seiner Mutter und seiner Freundin in dem Haus an der Corneliusstraße 2 auf. Beide leben allerdings in getrennten Wohnungen auf derselben Etage.

Mordkommissionschef Markus Kraus: „Wir gehen derzeit von einem Raubmord aus. Der Tatverdächtige macht allerdings von seinem Recht Gebrauch, sich nicht zu äußern.“ Nach tz-Informationen war Roman H. mit Inge Wittersheim gut bekannt, half ihr nach dem Tod ihres Mannes Karl im Jahr 2011 immer wieder mit kleinen Arbeiten in der Wohnung. Wusste er etwa auch von ihrem Lottogewinn über 100.000 Euro?

Mord mitten im Gärtnerplatzviertel

Mord mitten im Gärtnerplatzviertel

Fest steht: Der Täter plünderte Inges Geldbeutel und nahm einige Schmuckstücke mit. Teile dieser Beute fanden die Beamten offenbar auch in einer der drei Wohnungen in München und Geisenfeld, die nach H.’s Festnahme durchsucht wurden. Roman H. war bislang nie durch eine Gewalttat auffällig geworden – in Tschechien steht lediglich ein Diebstahl zu Buche.

Inge Wittersheim war eine rüstige und beliebte Rentnerin, die viel im Glockenbachviertel und rund um den Viktualienmarkt unterwegs war. Früher hatte sie in der Nachbarschaft eine Parfümerie und einen Fußpflegesalon betrieben.

Jacob Mell, Sebastian Arbinger

Den DNA-Treffer gab’s schon im Oktober!

Bis zu zehn Beamte der Mordkommission arbeiteten seit Oktober am Fall Inge Wittersheim – Roman H. (36) hatten sie schon Ende Oktober im Visier. Denn obwohl die Leiche bereits tagelang unter Sonneneinstrahlung am Boden lag, stellte die Spurensicherung in der Wohnung und an der Leiche ausreichend DNA-Material sicher. Weil gegen ihn bereits wegen eines anderen Delikts ermittelt worden war, spuckte der Polizeicomputer beim Abgleich der Spuren einen Treffer aus! Bei seiner Zeugenvernehmung redete sich Roman H. offenbar noch damit heraus, dass er häufig in der Wohnung seiner Nachbarin war. Die Ermittler gaben schließlich ein Gutachten in Auftrag, ob das sichergestellte DNA-Material an Inges Leiche auch tatrelevant war. Die Antwort des Instituts für Rechtsmedizin: Ja! Mittwochfrüh klickten die Handschellen.

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