Sprayer beschmieren Häuser

Was hat es mit der römischen 17 an den Fassaden auf sich?

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Bislang gibt es neun Anzeigen gegen die ominöse 17 an den Häuserwänden.

München - Was soll das nur bedeuten? Seit Monaten taucht vor allem an Häuserwänden im Glockenbachviertel immer wieder die römische Zahl 17 auf.

Mal ist die Zahl in blauer Farbe aufgesprüht, mal ist die Zahl aus schwarzem Schaumstoff ausgeschnitten und an die Fassade geklebt. Für seine Werke geht der Zahlenkünstler auch ein ziemliches Risiko ein, denn manche der Zahlen, sogenannte „Tags“ befinden sich in schwindelerregender Höhe. Da drängt sich die Frage auf: Wozu dieser Aufwand und was soll XVII, also die 17, bedeuten?

Bei der Münchner Polizei ist man auch schon auf die mysteriöse römischen Zahlen aufmerksam geworden: „Uns liegen bis jetzt mindestens neun Anzeigen vor, in denen wir wegen Sachbeschädigung ermitteln“, sagt Polizeisprecher Christoph Reichenbach. „Die 17 ist das erste Mal im September 2014 aufgetaucht.“ Was die Zahl bedeuten soll, wisse die Polizei bislang nicht. Man vermute aber keinen tieferen Sinn dahinter.

Theorien gibt es einige: In der Sprayer-Szene werden „Tags“ unter anderem als Unterschrift des Künstlers verwendet und sind daher häufig unter Graffitis zu finden, die Zeichen können aber auch für sich alleine stehend vorkommen. Jugendgangs verwenden ebenfalls „Tags“ um ihr Territorium zu markieren. Eine Spur führt in das Lokal Geyerwally an der Geyerstraße 17. Dort hat es das XVII-Zeichen bereits in das Innere des unbewohnten Gebäudes geschafft, genauer gesagt auf die Toilette. Hier befindet sich auf der Wand der Schriftzug „Im Herzen barfuß“, wobei das Herz bildlich aufgesprüht ist, daneben steht die römische 17. Auf tz-Nachfrage sagt der Wirt der Geyerwally, Maximilian Heisler: „Das mit der 17 ist mir auch schon aufgefallen, aber ich kann nicht wirklich Auskunft darüber geben, was es damit auf sich hat. Da kenne ich mich nicht aus.“

Was genau es mit der 17 auf sich hat, kann wohl nur der Künstler selbst beantworten. Vielleicht steckt aber auch gar keine tiefere Bedeutung hinter den römischen Zahlen und der Urheber freut sich insgeheim über so viel wilde Spekulationen um sein Werk. Wenn er erwischt wird, droht im dennoch saftige Strafe.

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