Im September geht's los

Für 22 Millionen Euro! Not-OP am Bahnhofsdach

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Die Dachkonstruktion des Hauptbahnhofs.

München - Der Hauptbahnhof wird einer Notoperation unterzogen: Für 22 Millionen Euro bekommt das Dach Drahtseile. Los geht's schon im September.

Zwischen den Stahlkonstruktionen der Oberlichter sollen Drahtseile gespannt werden.

Die Bahn hat Großes vor am Hauptbahnhof: Ein riesiger Neubau für bis zu einer Milliarde Euro steht bevor – und der betrifft ausschließlich das Empfangsgebäude am Bahnhofsplatz. Bevor es mit dieser ehrgeizigen Maßnahme losgeht, muss allerdings das Dach der Gleishalle westlich saniert werden. Es entspricht nach 50 Jahren nicht mehr den aktuellen Vorschriften. Über 22 Millionen Euro will die Bahn in die Ertüchtigung der 56 Jahre alten Konstruktion über den Gleisen investieren. Am Erscheinungsbild des grauen Wellblechbaus wird sich kaum etwas ändern. Heiko Hamann, Leiter des DB-Bahnhofsmanagements, beantwortet die wichtigsten Fragen:

Was ist geplant?  „In einem ersten Bauabschnitt soll die Tragekonstruktion des Daches erneuert werden.“ Zwischen den Stahlkonstruktionen der Oberlichter sollen Drahtseile gespannt werden, die die Statik verbessern. In einem zweiten Bauabschnitt werden die Fensterscheiben der Oberlichter ausgetauscht. Hamann: „Die Oberlichter aus Drahtglas sollen dem Stand der Technik entsprechend durch Verbundsicherheitsglas ersetzt werden.“ Außerdem soll der Korrosionsschutz-Anstrich der Träger erneuert werden. Auch Bleche am Dach werden ausgetauscht.

Wann finden die Arbeiten statt? Hamann: „Der erste Bauabschnitt soll von September bis Dezember dieses Jahres erfolgen.“ Der zweite Bauabschnitt beginnt erst Anfang 2017 und soll zwei bis drei Jahre dauern.

Mit welchen Einschränkungen müssen Fahrgäste und Münchner rechnen? Hamann: „Beim ersten Bauabschnitt werden wir einige Parkplätze des Sofitel für die Baustelleneinrichtung benötigen.“ Es könnte sein, dass ab und an Teile von Bahnsteigen gesperrt werden müssen oder Züge andere Gleise anfahren als gewohnt.

Wieso ist die Maßnahme notwendig? „Die Konstruktion ist extrem filigran, weil man beim Bau damals sehr auf die Materialkosten achten musste“, sagt Hamann. Rostige Stellen müssten erneuert werden.

Was kostet die Maßnahme? Der erste Bauabschnitt soll 2,3 Millionen Euro kosten, für den zweiten sind derzeit 20 Millionen Euro veranschlagt.

Wird sich das Erscheinungsbild der Gleishalle wesentlich verändern – etwa durch den Austausch von Scheiben an den Seitenwänden?  Hamann: „Es ist eine rein statische Maßnahme für das Dach. An den Außenwänden sind keine Erneuerungsarbeiten geplant.“

Das würde bedeuten, dass München zwar ein neues Empfangsgebäude mit viel mehr Verkaufsfläche bekommt, die die Bahn vermieten kann – doch die Gleishalle wird weiterhin von grauem, korrodierten Seitenwänden aus Wellblech und blinden, schmutzigen Drahtglas-Scheiben an den Außenwänden dominiert. Auch die Grundig-Schriftzüge bleiben. Hamann: „Die stehen, wie die gesamte Gleishalle, unter Denkmalschutz.“

Johannes Welte

So soll’s hier mal aussehen

Das Bauprojekt: Die Bahnhofsmission, das Polizeigebäude sowie die kleinen Läden kommen weg. Die Haupthalle wird so größer. Zudem entsteht am Starnberger Flügelbahnhof ein 75 Meter hoher Turm, der ein Hotel beherbergen soll. Fertig soll alles 2026 sein. Die geschätzten Kosten: knapp eine Milliarde Euro.

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Kommentare

Kyron DarkfireAntwort
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Vermutlich... aber es wäre eine sinnvolle Maßnahme, anstatt Millionen und Abermillionen in das Erscheinungsbild zu stecken.

OhMeiAntwort
(0)(0)

16 Bahnsteige.
Bedeutet 16 Aufzüge, 32 Rolltreppen.
Bauzeit 10-15 Jahre.
Nach 15 Jahren müssen dann die ersten Rolltreppen wieder erneuert werden.

Kyron Darkfire
(1)(0)

Meiner Meinung nach wäre die wichtigste Verbesserung eine Querverbindung zwischen den Gleisen in Form einer Unterführung etwa auf Höhe des Hallenendes. Das würde für viele umsteigende Passagiere die Laufwege erheblich verkürzen und das Gedränge in der Haupthalle mindern.