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„Wirklich brutaler Gestank“: Fahrgäste am Münchner Hauptbahnhof konnten kaum noch atmen – Bahnsteig gesperrt

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Von: Dirk Walter, Julian Limmer

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Der Bahnsteig am Hauptbahnhof München musste wegen Rutschgefahr gesperrt werden.
Der Bahnsteig am Hauptbahnhof München musste wegen Rutschgefahr gesperrt werden. © Dirk Walter

Am Münchner Hauptbahnhof waren Fahrgäste üblem Gestank ausgeliefert. Grund war ein defekter Fettabscheider, der das Abwasser von Fetten und Ölen reinigt.

München – Eine eklige Angelegenheit: Eineinhalb Tage lang stank es im S-Bahn-Untergeschoss des Hauptbahnhofs München bestialisch. Die Bahn musste den Ausstiegs-Bahnsteig Richtung Ostbahnhof am Gleis 1 komplett sperren, Fahrgäste also auf dem Mittelbahnsteig aussteigen. An für sich kein Problem – doch der Fäkaliengeruch war extrem. Was war passiert?

Gestank am Münchner Hauptbahnhof: Panne unterhalb von McDondald‘s und Pommes Freunde

Der Geruch war auf einen defekten Fettabscheider zurückzuführen, erläutert eine Bahn-Sprecherin. Der Fettabscheider reinigt das Abwasser von Fetten und Ölen, die extra abgesaugt werden. Die Anlage wird von mehreren Ladenbetreibern im Zwischengeschoss des Bahnhofs gemeinsam genutzt – just über dem Bahnsteig haben zum Beispiel McDonald’s und Pommes Freunde ihre Filialen.

Der Fettabscheider ist aber nicht direkt unter den Geschäften, sondern liegt ein Stockwerk tiefer unterhalb des Bahnsteigs. In den Boden sind mehrere Klappen eingelassen, durch die man ihn erreichen kann. Offenbar gab es dann aber eine Verstopfung: „Durch diese Klappen ist der Fettfilm von unten auf den Bahnsteig gedrungen“, so die Sprecherin.

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„Der Gestank ist wirklich brutal“: Münchner Fahrgäste am Hauptbahnhof können kaum noch atmen

Das sorgte für den üblen Geruch, der bei einigen Fahrgästen starken Ekel hervorrief: „Der Gestank ist wirklich brutal. Ich muss mir fast die Nase zuhalten, ansonsten kann ich kaum einatmen“, sagt Lydia G. (41), die gerade mit ihrer Familie mit der Rolltreppe ins Zwischengeschoss am Hauptbahnhof gekommen war. Ein bisschen rieche es, als sei altes Abwasser aus einem Kanal oder einer Toilette ausgelaufen – auf jeden Fall beißend, sagt sie. Ein wenig erinnere der Gestank auch an eine Mischung aus Abrieb von Bremsen und verbrannten Reifen, findet ihr Mann. Jedenfalls ziemlich widerlich, da sind sich die beiden einig.

Zudem bestand auf dem betroffenen Bereich akute Rutschgefahr – daher musste die Bahn den gesamten Bahnsteig sperren. Mit einem Spezialsauger beseitigte ein Reinigungstrupp die Ekelbrühe. Doch das zog sich hin. Ursprünglich sollte die Reinigung schon am Dienstagabend abgeschlossen sein. Das war nicht zu schaffen. Erst am Mittwoch gegen 11 Uhr konnte der Bahnsteig freigegeben werden. D. Walter, J. Limmer

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