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Maßnahme zur Verbrechensbekämfpung

Hauptbahnhof: Das steckt hinter dem 24-Stunden-Alkoholverbot 

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Am Hauptbahnhof in München gilt ab August ein dauerhaftes Alkoholverbot, das für mehr Sicherheit sorgen soll.

Ab August geht nichts mehr für Konsumenten alkoholischer Getränke rund um den Hauptbahnhof. Einstimmig war die Entscheidung nicht. Eine neue Einrichtung allerdings erhält breite Zustimmung.

München - Das Alkoholverbot am Hauptbahnhof ist beschlossene Sache. Von 1. August 2019 an soll das Trinken rund um die Uhr tabu sein – auch in den umliegenden Straßen. Diesen Vorstoß des Kreisverwaltungsreferats (KVR) bewilligte am Dienstag die Rathaus-Regierung aus CSU und SPD. Alle anderen Parteien stimmten dagegen. Bislang galt das Verdikt nur im Zeitraum zwischen 22 und 6 Uhr.

Sozialpolitischer Ansatz überzeugt

Dass die zeitliche Ausdehnung erst im August in Kraft treten soll, ist einem SPD-Antrag geschuldet. Die Sozialdemokraten wollen ein Hilfsangebot für Menschen mit erhöhtem Alkoholkonsum. Der sozialpolitische Sprecher Christian Vorländer schlug ein Begegnungszentrum vor, in dem Streetworker die Betreuung übernehmen. Bis dafür ein Raum gefunden ist, sollte ein Bus als Treffpunkt dienen. Mit diesem sozialpolitischen Ansatz konnten sich alle Stadtratsfraktionen anfreunden. CSU-Sprecherin Evelyne Menges betonte: „Kein Verbot ohne Angebot.“

Mit Skepsis wurde die Idee einer „Trinkerstube“ allerdings von der Polizei bewertet. Stefan Kastner, Leiter Verbrechensbekämpfung beim Polizeipräsidium, bezeichnete das Junktim als kontraproduktiv. „Wir wollen die Trinkerszene nicht anziehen, sondern die Sicherheitslage verbessern“, sagte Kastner. Ein derartiger Anlaufpunkt sei allenfalls außerhalb der Alkoholverbotszone sinnvoll.

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Trinkerszene aus öffentlichem Raum verbannen

Laut Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle (SPD) hat man in Augsburg mit einem ähnlichen Modellversuch positive Erfahrungen gemacht. Prinzipiell sei es wichtig, dass die Trinkerszene aus dem öffentlichen Raum verbannt werde. „Davon profitieren alle Reisenden, Geschäftsleute und Anwohner.“ Das bisherige nächtliche Alkoholverbot habe einen signifikanten Rückgang der Kriminalität bewirkt. Böhle: „In München gibt es nur einen Kriminalitätsschwerpunkt – und das ist der Hauptbahnhof.“

Grüne, FDP, Bayernpartei und Linke kritisierten, das Problem werde mit dem Verbot nur verlagert. Kastner entgegnete, genau das sei Sinn der Sache: „Wir wollen keine Verfestigung der Trinkerszene und Verhältnisse wie in Frankfurt oder Berlin.“ Kastner zufolge muss die Polizei jeden zweiten Tag aggressive Störer in Gewahrsam nehmen.

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„Keine Verdrängungseffekte“

Laut KVR-Chef Böhle gibt es ohnehin „keine erkennbaren Verdrängungseffekte“ – außer zum Botanischen Garten. Erkenntnisse, dass verstärkt Probleme am Truderinger und Pasinger Bahnhof auftreten würden, hat das KVR nicht. Richard Progl (Bayernpartei) hatte dies erwähnt. Böhle deutete unterdessen an, dass er ein ähnlich repressives Vorgehen gegen Trinker am Viktualienmarkt nicht unterstützen werde. Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) hatte dies unlängst vorgeschlagen. 

Klaus Vick

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