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Er sprang auf ein Zugdach am Hauptbahnhof: Schwede (23) nach lebensgefährlicher Aktion wieder ansprechbar

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Von: Lucas Sauter-Orengo, Lukas Schierlinger

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Nachfolge 9-Euro-Ticket
Bei einem Stromunfall am Münchner Hauptbahnhof wurde ein Mann lebensgefährlich verletzt (Symbolbild). © Sven Hoppe/dpa

Ein junger Mann aus Schweden hat sich am Münchner Hauptbahnhof bei einem Unfall lebensgefährliche Verletzungen zugezogen. Bislang sind die Hintergründe unklar.

Update vom 24. November, 11.27 Uhr: Der 23-jährige Mann, der sich am Mittwochmorgen nach einem Stromunfall schwer verletzte, befindet sich nicht mehr in Lebensgefahr. Die behandelnden Ärzte konnten keine Hinweise auf innere Verletzungen feststellen, es gehe ihm „den Umständen entsprechend gut“. Neue Details gibt es jetzt auch zur Identität des jungen Manns.

Stromunfall am Hauptbahnhof: Junger Mann außer Lebensgefahr - neue Details zur Identität

Bei dem Schweden handelt es sich um einen Städtereisenden, mit dem die Ermittler der Bundespolizei heute Vormittag (24. November) in der Klinik sprechen konnten. Er war am Abend auf Bar-Tour in Hauptbahnhofnähe unterwegs und konnte sich aufgrund starker Alkoholisierung an die Umstände des Unfalls und seines Tuns (Übersteigen des Zaunes, Hochklettern auf das Zugdach) an Nichts erinnern. Seinen Plan, morgen nach Paris weiterzureisen, muss er - wegen weiterer Behandlungen im Krankenhaus, vorerst auf Eis legen.

Erstmeldung vom 23. November 2022

München - Noch liegen keine genaueren Erkenntnisse über den Verletzungszustand des 23-jährigen Mannes vor. Er war am frühen Mittwochmorgen (23. November) von einem Bahnmitarbeiter in der Nähe des Holzkirchner Flügelbahnhofes (Teilbereich des Münchner Hauptbahnhofes) mit Brandverletzungen gefunden worden. Zuvor war er Opfer eines Stromunfalls geworden.

Die Rettungsleitstelle informierte die Bundespolizei gegen 6.45 Uhr über einen Schwerverletzten im Bereich der Bayerstraße. Eine Videoauswertung der Bundespolizei ergab, dass sich der 23-Jährige gegen 5.50 Uhr „leicht schwankend“ an Gleis 5 zwischen zwei Waggons aufgehalten hatte.

Hauptbahnhof München: 23-Jähriger bei Stromunfall lebensgefährlich verletzt

„Nachdem er aus bisher nicht bekannten Gründen auf das Dach eines abgestellten Westbahn-Zuges geklettert war, kam es zu einem Stromüberschlag der sich im Schlummermodus befindlichen Bahnoberleitung“, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Mann fiel, begleitet von einem lauten Knall, auf den Bahnsteig. Sein Hosenbein fing Feuer.

Mitarbeiter eines nahen Bahn-Depots bemerkten den Stromüberschlag, den Verletzten zunächst aber nicht. Der 23-Jährige rappelte sich kurz darauf auf und bewegte sich eigenständig am Bahnsteig entlang, fiel dabei mehrfach zu Boden. „Er richtete sich immer wieder auf, bis er schließlich gegen 6.10 Uhr stark humpelnd den Gleisbereich von Gleis 5 betrat“, berichtet die Bundespolizei. Und weiter: „Dort überkletterte er - trotz deutlich erkennbarer Verletzungen am Bein, einen etwa 180 Zentimeter hohen Begrenzungszaun und entschwand dem Kamerabereich.“

München: Mann nach Hauptbahnhof-Unglück notoperiert – er kämpft um sein Leben

Wenig später traf ein Bahn-Mitarbeiter auf den laut schreienden, schwerverletzten Mann und setzte die Rettungskette in Gang.
Der 23-jährige Schwede (ohne Wohnsitz in Bayern) wurde von Rettungssanitätern versorgt und mit Verbrennungen zweiten Grades in ein Münchner Klinikum gebracht. Noch am Morgen wurde er operiert. Es ist nicht gesichert, ob er den Unfall überleben wird.

Woher der Schwede kam, warum er auf dem lebensgefährlichen Weg über die Gleise zum Bahnsteig ging und warum er das Dach des Zuges bestieg, ist nicht bekannt. Jetzt ermittelt die Bundespolizei.

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