Arbeiten beginnen 2025

Hauptbahnhof-Umbau: Das neue Hochhaus wird gestutzt

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Qualitative Aufwertung: Der neue Entwurf sieht einen niedrigeren Turm hinter der Paul-Heyse-Unterführung vor.

Der Streit um die Neugestaltung des Hauptbahnhofs dürfte beendet sein. In den neuen Plänen, die die Bahn präsentiert hat, wird das dominante Hochhaus etwas kleiner, die oberste Etage für die Öffentlichkeit zugänglich. 

München - Mehr als 350.000 Menschen nutzen jeden Tag den Hauptbahnhof. Er ist zentraler Verkehrsknoten für Pendler wie Anwohner – und für viele Reisende die erste oder letzte Impression von München. Problem: Eine optisch ansprechende und zeitgemäße Visitenkarte ist der Hauptbahnhof schon lange nicht mehr. Die Bahn plant daher eine große Modernisierung der aus den 50er-Jahren stammenden Gebäudeteile. Ein Mammutprojekt – es dürfte zehn bis zwölf Jahre dauern, bis die Hauptgebäude und das nähere Umfeld des Hauptbahnhofs in neuem Glanz erstrahlen – inklusive Shopping-Meile. Derzeit erstellt die Bahn die Unterlagen für die Genehmigungsverfahren. In diesem Rahmen wird ab kommendem Jahr die Öffentlichkeit beteiligt. Der Bau des vollverglasten neuen Hauptgebäudes soll vermutlich drei Jahre vor Inbetriebnahme der S-Bahn- Stammstrecke – frühestens 2025 – beginnen (hier sehen Sie genau, was wo am neuen Hauptbahnhof geplant ist). 

Hochaus am Flügelbahnhof war Streitpunkt

Vom Tisch: Das ursprünglich geplante Hochhaus war nach Meinung der Stadtgestaltungskommission überdimensioniert.

Ein zentraler Streitpunkt bei den Detailplanungen war der geplante Hochpunkt am Starnberger Flügelbahnhof. Ursprünglich sollte das Gebäude 85 Meter hoch werden. Nun sind es nur noch 69 Meter, und überdies ist das Hochhaus nach allgemeiner Einschätzung viel besser in den Gesamtkomplex integriert. Die Stadtgestaltungskommission billigte den neuen Entwurf bei ihrer jüngsten Sitzung einstimmig, auch das Landesdenkmalamt hat keine Bauchschmerzen mehr. Generalkonservator Mathias Pfeil erklärte: „Lieber wäre mir die Gesamtplanung natürlich ohne Turm gewesen.“ Aber man habe immerhin eine Reduzierung um 16 Meter erreicht. Außerdem füge sich der Hochpunkt nun ins Gesamtgebäude ein und stehe nicht separat da. „Eine qualitative Aufwertung“, so Pfeil.

Neuer Hauptbahnhof soll Altstadtsilhouette nicht stören

CSU-Stadtrat Marian Offman sagte: „Der neue Entwurf erscheint aus einem Guss, trotz der unterschiedlichen architektonischen Elemente. Die Übergänge zwischen Bahnhof, Flügelbahnhof und Turm sind fließender.“ Mit dem Turm als Hochpunkt werde der Hauptbahnhof in der Stadtsilhouette weithin sichtbar gemacht, so Offman. Auch die planungspolitische Sprecherin der SPD, Heide Rieke, sprach von einem „sehr gelungenen Entwurf“. Der Hochpunkt entlang der Sichtachse in Richtung Stadt sei „deutlich schlanker“ geworden.

Wesentlicher Punkt der Diskussion war auch, dass der neue Hauptbahnhof die Sichtachse der Altstadtsilhouette nicht stört. Dies ist nach Meinung der Experten jetzt gewährleistet. Nun geht es noch um die farbliche Gestaltung der Fassade. Für Zufriedenheit sorgt ferner der Plan, dass die obere Etage des Hochhauses öffentlich zugänglich sein wird. In der neun Meter hohen Glaskrone über den Dächern der Stadt soll unter anderem Gastronomie entstehen, darunter sind hauptsächlich Büros.

Eine Sprecherin der Bahn erklärte am Mittwoch: „Wir freuen uns, dass die Stadtgestaltungskommission die Weiterentwicklung des Entwurfs so positiv aufgenommen hat.“ Hochpunkt und die Basis des Starnberger Flügelbahnhofs würden mit dem Empfangsgebäude nun gestalterisch zu einer Gesamtfigur verbunden, die Randbauten im Süden und im Norden entlang der Gleishalle im Stadtkörper verankert (hier gibt‘s den Zeitplan für den Umbau).

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