Kritik an Polizei

Isarmord: Italiener fordern Jagd auf Killer

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Mordopfer Domenico Lorusso

München - Ein halbes Jahr nach dem grausamen Isarmord läuft der Täter noch frei herum. Nun übt die Heimatstadt des Opfers in Italien massive Kritik an der Münchner Polizei und fordert eine Jagd auf den Killer.

Mehr als ein halbes Jahr ist der grausame Isarmord jetzt her – doch die Trauer will nicht vergehen und die Erinnerung bleibt. Der aus Italien stammende Ingenieur Domenico Lorusso (31) wurde am 28. Mai an der Corneliusbrücke totgestochen. Der Täter läuft frei herum. Für Empörung in Domenicos süditalienischer Heimatstadt Potenza hat darum die Ankündigung des Polizeipräsidiums gesorgt, die „Soko Cornelius“ aufzulösen und die Ermittlergruppe von 30 auf acht Mann zu verringern. Der dortige Stadtrat hat am Freitag sogar spontan eine Resolution beschlossen, in der die Politiker einstimmig eine neue Jagd auf den Killer verlangen!

Die Trauer bleibt: Der Tatort an der Isar

„Der Stadtrat von Potenza fordert eine Intensivierung der Ermittlungen, um den Mörder vor Gericht zu bringen, der bis heute auf freiem Fuß ist und so sein schwerwiegendes und absurdes Verbrechen wiederholen kann“, heißt es in dem Brandbrief, der über Präsident Giorgio Napolitano, Außen- und Innenministerium an die deutschen Amtskollegen, Botschafter und Behörden weitergeleitet werden soll. „Dieser Vorfall hat aufgrund seiner Abscheulichkeit nicht nur seine Familie verletzt, sondern die ganze Stadtgesellschaft.“ Lorussos Familie wollte sich nicht äußern, verfolgt die Entwicklung aber genau.

OB Christian Ude (SPD), der den Protestbrief auch erhalten soll, aber nicht zuständig ist, nimmt die Polizei in Schutz: „Ich verstehe die Enttäuschung der Heimatgemeinde. Aber der Polizei kann man nach den extrem gründlichen Ermittlungen keinen Vorwurf machen.“ Die Ermittler haben über 600 Hinweise und 3000 Speichelproben fast vollständig ausgewertet – bislang ohne Erfolg.

D. Costanzo

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