Fotostrecke

"Eine Diva mit schmutzigen Füßen" - Reiseführer für die Isarvorstadt

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Martin Arz hat es wieder getan. Der Münchner Autor hat ein weiteres, mit viel Liebe gestaltetes Buch über unsere schöne Stadt veröffentlicht. "Isarvorstadt - Reiseführer für Münchner" heißt das Werk, in dem Arz alles Wissenswerte über das Viertel in einem "kleinen Schwarzen" zusammengepackt hat. Es ist bereits der zweite "Reiseführer" dieser Art, nachdem Arz bereits die Maxvorstadt in der gleichen Form präsentiert hatte. Arz beginnt sein Vorwort mit den Sätzen: "Die Isarvorstadt - was für ein Viertel: Eine Diva! Aber eine mit ziemich schmutzigen Füßen." Dem ist noch jede Menge hinzuzufügen, deshalb wollen wir Ihnen das Buch in unserer Fotostrecke kurz vorstellen.
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"Wohl kaum ein anderes Münchner Stadtviertel hat eine so vielfältige, vielschichtige Vergangenheit, so eine schillernde Gegenwart und so eine offene Zukunft wie der Bezirk, der sich aus Gärtnerplatz, Glockenbach- und Schlachthofviertel zusammensetzt", schreibt Arz. Im Bild sehen wir einen Stich aus dem Jahr 1826. Sieben Jahre zuvor ergab eine Zählung, dass es in der Isarvorstadt 183 Häuser und 19 staatliche oder städtische Gebäude mit 782 Feuerstellen gab. Es lebten etwa 2.300 Menschen hier. Wegen der vielen Bäche hatten sich vor allem Müller, Gärtner, Milchmänner, Wäscher, Bleicher, Zimmerleute, Floßmeister, Pferdehändler und Tagelöhner hier angesiedelt.
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Blick von der Corneliusbrücke auf die Maximilianskirche: Die soziale Struktur des Viertels hat sich im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte radikal verändert. Was früher noch eine Arbeitergegend war, ist nach dem Abschied der alten Industrie (zuletzt verschwanden auch noch die letzten alten Firmen wie Rodenstock oder Toni Neuber) zu einem "In-Viertel" geworden. Allerdings ist der große Hype ums "Glockenbach" schon wieder vorbei, und das Viertel hat trotzdem noch viel von seinem alten Charme behalten
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Auf diesem Bild ist eine der größten Tragödien dargestellt, die die Isarvorstadt jemals erlebte: Das Hochwasser vom 13. September 1813 riss auf der Isarbrücke (heute Ludwigsbrücke)rund 100 Menschen in den Tod. Die Schaulustigen hatten sich auf der Brücke versammelt, um die gewaltige Naturwucht der reißenden Isar aus nächster Nähe zu beobachten. Ein Pfeiler gab den Wassermassen nach, drei Bogen folgten und brachten die gesamte Brücke schließlich zum Einsturz. Der Legende nach soll kurz zuvor noch eine Totengräberfrau, die mit ihrem Schubkarren ein Kruzifix über die steinerne Brücke rollte, den Gaffenden zugerufen haben: "Schauts auf, da Tod kummt!"
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Um Hochwasser vorzubeugen, begann München Ende des 19. Jahrhunderts damit, die Isar zu begradigen und in ein festes Korsett von 50 Metern Breite zu zwängen. Dieses wurde, bestehend aus einem kanalartigen Mittelwasserbett, alle 200 Meter mit harten Sohlschwellen und Abstürzen versehen. Mehrere Jahrhunderte zuvor befand sich einige hundert Meter flussabwärts von der im Bild zu sehenden Stelle an der Kohleninsel - kaum zu glauben - Europas größter Floßhafen. Ende des 14. Jahrhunderts boomte die Flößerei, Waren aus dem Alpenraum und Italien beförderte man über München bis Wien, Regensburg, Passau oder Budapest.
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Ab 1470 transportierte man das Holz für den Bau der Frauenkirche über die Isar, 147 Flöße mit 2.100 Baumstämmen sollen es gewesen sein. Ab 1623 gab es sogar eine Art Linienverkehr mit den "Ordinari"-Flößen, die an der Ludwigsbrücke ablegten. Einmal wöchentlich konnte man sich zum Beispiel auf eine Reise nach Wien einbuchen. Die Fahrt dauerte sechs bis sieben Tage und erst 1904 wurde die Floßlinie eingestellt. Hier im Bild übrigens zu sehen die Isar an der gleichen Stelle wie beim vorherigen Foto, nach der Renaturierung Anfang des 21. Jahrhunderts.
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Für viele das Herz der Isarvorstadt, auch wenn das nicht ganz stimmt: der Gärtnerplatz mit dem Gärtnerplatztheater! Wenn man sich neben diesem Bild aus dem Jahr 1911 die heutige Perspektive am Gärtnerplatz vor Augen ruft, dann hat sich gar nicht einmal so viel verändert. Das Theater wurde 1865 eröffnet, überstand den Krieg zumindest soweit, dass es wieder aufgebaut werden konnte und steht noch heute. Bis 2015 soll das marode gewordene Gebäude komplett saniert werden - pünktlich zum 150. Geburtstag.
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Die Corneliusbrücke unweit des Gärtnerplatzes  war noch nicht einmal ansatzweise fertiggestellt, da stürzte sie auch schon wieder ein. Das Unglück am 26. August 1902 riss zwei Arbeiter in den Tod. Die Brücke nach Plänen des Architekten Friedrich von Thiersch wurde dennoch vollendet. Am 19. Juni 1910 strömten Tausende zur Einweihung eines riesigen Denkmals für Bayerns Märchenkönig Ludwig II. dorthin.

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