Neue Nutzung für ehemaliges Brausebad

Aus dem Klohäusl an der Theresienwiese wird jetzt eine Gaststätte

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Direkt am Bavariaring neben der Theresienwiese liegt das Klohäusl, das bald in eine Gaststätte verwandelt werden soll.

Das „kleine Kloshäusl“ an der Theresienwiese sollte schon in eine Wirtschaft mit Biergarten oder einen Burger-Laden verwandelt werden. Nun gibt es neue Pläne - für eine Gaststätte mit Freischankfläche.

München - Planen, Gitter und ein mehrere Meter hoher Bauzaun - jahrelang fristete das „kleine Klohäusl“ am Bavariaring ein Schattendasein. Hübsch anzuschauen zwar, aber nahezu nutzlos: Lediglich während der Wiesnzeit war es als öffentliche Toilette und zur Gepäckaufbewahrung geöffnet. Nun plant die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, die knapp über 50 Prozent an der Augustiner-Brauerei hält, das ehemalige Brausebad zu sanieren. Nach Angaben des Planungsreferat soll in den historischen Gemäuern eine Gaststätte mit Freischankfläche entstehen. Die Sanierungsarbeiten haben bereits begonnen.

Wir schreiben das Jahr 1894, als Prinzregent Luitpold von Bayern 37.381,94 Goldmark in die Hand nehmen ließ, um das goldgelbe Bauwerk am Bavariaring errichten zu lassen. Zuerst diente das denkmalgeschützte Gebäude im Stil eines antiken Rundtempels als Brausebad für die Anwohner der Theresienhöhe, die in ihren Mietshäusern keine eigenen Bäder hatten. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte das Tröpferlbad seine zweite Karriere: als öffentliche Bedürfnisanstalt, die vor allem wegen der dortigen Tramhaltestelle unerlässlich war. Der U-Bahnbau verurteilte das kleine Klohäusl schließlich zu seinem jahrelangen Schattendasein.

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Wirtschaft mit Biergarten und Burger-Laden waren im Gespräch

An Ideen, das brüchige „Biesl-Pantheon“ in ein prächtiges „Bier-Pantheon“ zu verwandeln, mangelte es nicht: Vor fünf Jahren etwa sollte eine Wirtschaft mit Biergarten entstehen, zeitweise war ein Burger-Laden im Gespräch. Schließlich erwog der zuständige Bezirksausschuss, das Klohäusl in eine kulturelle Einrichtung zu verwandeln. Doch dann gab es Probleme: mit der Baugenehmigung, der Finanzierung, den Nachbarn. Die Folge: keine der Ideen wurde umgesetzt - bis heute.

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Jetzt soll das ehemalige Brausebad in eine Gaststätte mit Freischankfläche umgebaut werden. „Baurechtlich ist alles genehmigt“, erklärte ein Sprecher des städtischen Planungsreferats auf Anfrage. Die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, die sich für den Erhalt der Augustiner-Brauerei als Privatbrauerei einsetzt, wollte noch keine Details bekannt geben, und auch der Wirt bittet noch um Diskretion. Fakt ist aber: „Bevor sich die Stiftung der künftigen Nutzung des Brausebads widmet, soll die Außenfassade saniert und das Gebäude als Denkmal erhalten bleiben“, so ein Sprecher der Stiftung. Die Sanierungsarbeiten haben im Oktober bereits begonnen.

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Sarah Brenner

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