Fälschung der Lenkzeiten

Kontrolle am ZOB: Polizei schnappt tricksende Busfahrer

München - Bei einer großflächigen Kontrolle am Münchner Busbahnhof hat die Polizei gleich mehrere Verstöße festgestellt. Busfahrer verschiedener Unternehmen tricksten bei der Erfassung ihrer Lenkzeiten, ein Unternehmen fuhr München als Haltstelle an, obwohl ihm das bereits einmal untersagt wurde.    

Wie die Polizei berichtet, wurden bei der Kontrolle durch die Bundesanstalt für Güterverkehr und die Verkehrsüberwachung der Münchner Verkehrspolizei am Sonntag, 26.07., Fernreisebusse und der grenzüberschreitende Linienverkehr von der kontrolliert. Die Kontrollen der Verkehrspolizei am Zentralen Omnibus Terminal (ZOB) ergaben mehrere Straftaten. Dabei ging es um Aufzeichnungen der Lenkzeiten und das Anfahren nicht genehmigter Haltestellen.

Fall 1: Ein Busfahrer eines ungarischen Busunternehmens fuhr mit der Fahrerkarte eines Kollegen. Der Busfahrer, der die Fahrerkarte ausgeliehen hatte, fuhr gleichzeitig mit einem anderen Bus, bei dem die Lenkzeiten von Hand notiert wurden. Dadurch sollte die erlaubte Tageslenkzeit des ersten Fahrers unauffällig mit Zeiten des zweiten Fahrers verlängert werden. Beide Busfahrer (37 und 52 Jahre), der unrechtmäßige Benutzer und der Überlasser der Fahrerkarte, mussten vor Ort eine Sicherheitsleistung von jeweils 500 Euro zur Sicherung des Strafverfahrens leisten.

Fall 2: Zwei italienische Busfahrer teilte sich die Arbeit. Dabei wurde nur eine Fahrerkarte verwendet. Der Busfahrer, dessen Fahrerkarte nicht verwendet wurde, sparte sich dadurch Lenkzeiten für eine spätere Fahrt auf. Seine Fahrerkarte wurde bei der Kontrolle im Geldbeutel gefunden.

Die beiden italienischen Busfahrer mit Wohnsitz in Deutschland müssen sich vor Gericht für die Fälschung beweiserheblicher Daten verantworten. Durch die Überschreitung der gesetzlich festgelegten Lenkzeiten wird das Konzentrations- und Reaktionsvermögen der Busfahrer stark herabgesetzt. Lenkzeitüberschreitungen führen immer wieder zu Verkehrsunfällen mit verletzten und getöteten Verkehrsteilnehmern. Dem Busfahrer obliegt ein hohes Maß an Verantwortung für seine Passagiere und andere Verkehrsteilnehmer, so die Polizei.

Fall 3: Ein mazedonisches Busunternehmen pflegte auf seiner Route von Kicevo Mazedonien über Serbien, Österreich nach Ansbach in Deutschland einen zusätzlichen Stopp am Münchner ZOB ein. Dies wollte das Busunternehmen trotz einer vorangegangenen Untersagung durch die Regierung von Oberbayern und bereits einer erfolgten Kontrolle durch die Verkehrspolizei München nicht unterlassen. Das Unternehmen erwartet jetzt eine Anzeige gegen das Personenbeförderungsgesetz. Zur Sicherung des Verfahrens wurde eine Sicherheitsleistung in Höhe von 1400 Euro vor Ort einbehalten.

Rubriklistenbild: © Haag Klaus

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