Beamte arbeiten am Anschlag

KVR kriegt 90 neue Stellen

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Die Schlange am KVR soll kürzer werden.

München - Wieder so ein Münchner Wachstumsschmerz: Das KVR bricht zusammen – unter immer mehr Anmeldungen, Kontrollen und Bürokratie. Nun reagiert die Politik.

Die Beamten arbeiten am Anschlag und die Bürger sind trotzdem genervt. „Die Situation hat sich in den letzten Monaten in einer Form verschärft, die ein zeitnahes, um nicht zu sagen, sofortiges Handeln erfordert“, schlägt KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle Alarm! Die Politik reagiert: Der Stadtrat will 90 neue Stellen genehmigen. Das KVR wird schneller!

Obwohl die Arbeit wächst, hat Blume-Beyerle die Spar-Vorgaben beim Personal bislang vorbildlich umgesetzt – zuletzt hat er sogar fast eine Million Euro mehr als gefordert eingespart. Von den 1500 Stellen sind 120 unbesetzt. Er sagt: „Die Belastung der Mitarbeiter hat ein bedenkliches Ausmaß erreicht.“ Das soll sich hier ändern:

Gefahrenabwehr: In der immer dichteren Stadt steigt der Stress. Die Fälle haben sich seit 2008 fast auf 25 000 verdoppelt – Betretungsverbote, Störer, 25 Brennpunkte, Camps. Die Zahl der Stellen steigt von sieben auf elf.

Veranstaltungsbüro: Die Münchner beantragen zunehmend Versammlungen und Open-Air-Partys. Die 21 Sachbearbeiter bekommen fünf neue Kollegen.

Bezirksinspektionen: Mehr Kneipen und mehr Freischankflächen erfordern vier weitere Inspektoren.

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Einwohnerwesen: Von der Wiege bis zur Bahre: Die Münchner spüren den Personalmangel in Standesamt, Geburtenbüro, Meldeamt und Ausländerbehörde sofort. 30 weitere Stellen.

Straßenverkehr: Auf den Straßen ist mehr los – Autos, Ampeln, Baustellen. Plus 13,5 Stellen.

Branddirektion: Feuerwehrler wird immer mehr zum Hightech-Beruf. Die Retter bekommen 27 neue Kameraden.

Die Politik stimmt zu – die Kosten liegen bei jährlich 5,1 Millionen Euro: „Das KVR ist die Visitenkarte der Stadt“, sagt die grüne Fraktionschefin Gülseren Demirel. „Wir wollen die Stellen sogar unbefristet ausschreiben“, sagt SPD-Kollegin Beatrix Zurek. Die CSU erkennt ein Wahlkampf-Manöver: „Wir haben mit unserem Antrag 2012 den Grundstein gelegt“, sagt Fraktionschef Josef Schmid. Die CSU fordert zusätzlich sechs weitere Stellen als mobile Personalreserve.

David Costanzo

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