Künstlerhaus Thalkirchner Straße

Angst vor Luxussanierung: Hier meutern die Münchner

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Wissen nicht, wie es weitergeht: (v.l.) Tilmann Schaich und Markus Brändle.

Schon wieder verschwindet ein Stück altes München: Die Immobilienfirma KL Bau Grünwald hat Vorder- und Rückgebäude des Künstlerhauses an der Thalkirchner Straße 80 erworben. Den Mietern der 24 Wohneinheiten wurde nahegelegt, sich bald eine neue Bleibe zu suchen.

München - Franka Potente hat hier schon gewohnt, in dem sogenannten Künstlerhaus an der Thalkirchner Straße 80. Die Schauspielerin („Lola rennt“) ist aber schon längst ausgezogen. Freiwillig. Und genau dies kann man von den verbliebenen Mietern nicht erwarten. Der neue Eigentümer, die Immomilienfirma KL Bau Grünwald, soll ihnen nahegelegt haben, sich eine neue Bleibe zu suchen.

Für Tilman Schaich ist das ein schwerer Schlag. Seit sechs Jahren wohnt der 47-Jährige in dem Haus. Im Oktober hatte er erstmals von den Plänen des neuen Eigentümers erfahren. „Um Weihnachten herum hat die KL Bau erste Messungen durchgeführt“, erzählt Schaich. Kurz darauf flatterte dem Münchner eine saftige Mieterhöhung ins Haus. Trotzdem will der 47-Jährige ausharren. „Das Künstlerhaus befindet sich zwar schon lange nicht mehr auf dem neusten Stand der Technik. Trotzdem fühle ich mich wohl.“ Wirtschaftlich könne er die vermeintlichen Interessen der Immobilienfirma nachvollziehen. In seinem Fall sei das aber „ein Scheißbusiness“. Schließlich würden die Wohnungen nach der Sanierung „bestimmt das Doppelte kosten“.

Insgeheim hat Mieter Markus Brändle schon damit gerechnet, dass das Künstlerhaus irgendwann luxussaniert wird. Trotzdem macht sich der 41-Jährige große Sorgen, bald auf der Straße zu stehen, „entsorgt zu werden“. Man kenne ja genügend Fälle, sagt er. Fast täglich stehe etwas in der Zeitung. Dass er selbst mal in so eine Situation kommen würde – damit hat der Immobilienkaufmann nicht gerechnet. „Leider hilft mir mein Job in dem Fall nicht weiter“, sagt er. Nun hat auch er sich auf die Suche nach einer neuen Bleibe gemacht. Dass er nach der Sanierung in das Künstlerhaus zurückkehre, stehe außer Frage. „Das werde ich mir nicht leisten können“, sagt er, „da mache ich mir keine Illusionen.“

Die Immobilienfirma KL Bau wollte auf Anfrage unserer Zeitung das Thema nicht kommentieren.

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Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Giesing – mein Viertel“.

Von Sarah Brenner

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