Gastronom sauer

Kulturstrand 2017: Stadt boxt einen Bewerber raus

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Der Kulturstrand am Vater-Rhein-Brunnen. Um die Vergabe für dieses Jahr gibt es Streit. 

Neue Posse um den Kulturstrand: Nach dem Rechtsstreit im Vorjahr hat das KVR einem Bewerber die Zulassung verweigert. Das Team Real um den Kulturveranstalter Tuncay Acar soll die Frist versäumt haben.

Sommer, Sonne, Strand – und Streit: Im Vorjahr mündete die Vergabe des Kulturstrandes am Vater-Rhein-Brunnen in ein Gerichtsverfahren. Grund: Der unterlegene Bewerber Benjamin David hatte die Kriterien der Ausschreibung als nicht nachvollziehbar getadelt. Auch die neueste Episode um den Kulturstrand ist konfliktbeladen. Denn: Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) hat das Team Real aus dem aktuellen Bewerbungsverfahren ausgeschlossen. Hinter Real München stehen Kulturschaffende, Veranstalter und Gastronomen wie Tuncay Acar, bekannt von der Glockenbachwerkstatt und der Veranstaltungs-Location Import/Export. Außer dem Team Real haben sich als aussichtsreiche Aspiranten der Erfinder des Kulturstrandes, Benjamin David, die letztjährige Ausrichterin Zehra Spindler, und Reinhard Straßer, Veranstalter des Kinos am Olympiasee, beworben.

„Kurz vor knapp, aber geklappt“

Tuncay Acar ist verärgert über das Vorgehen der Stadt.  

Begonnen hatte die diesjährige Kontroverse am 31. Januar, als Luisa Berauer und Tuncay Acar vom Team Real ihr Bewerbungsschreiben an der Pforte des Rathauses abgegeben hatten. Um 23.30 Uhr. Die offizielle Einsendefrist endete eine halbe Stunde später – am 1. Februar. „Kurz vor knapp, aber geklappt“, hätte der Pförtner noch gewitzelt, bevor er seinen Stempel auf das Kuvert gedrückt hatte, erinnert sich Tuncay. Auf dem weißen Briefumschlag stand von nun an: Eingegangen am 31.1.2017. Mitte Februar erhielt Acar einen Brief, sein Antrag sei erst nach Ablauf der Frist in der Poststelle des KVR eingegangen. Angefügt war das nackte Bewerbungsschreiben – mit neuem Eingangsstempel und Datum: 1. Februar 2017.

„Unseriös und dubios“

Was folgte, war ein Wettlauf gegen die Zeit: Briefwechsel, Telefonate, Einspruch – ohne Erfolg. Vor zwei Wochen die Gewissheit: Das Team bleibt ausgeschlossen. „In unseren Augen wirkt das Ganze unseriös und zuweilen ein bisschen dubios. Aber ich denke, dass es nicht unsere Aufgabe ist, zu klären, wo der Fehler liegt“, sagt Acar. Und jetzt? Zeugen befragen? „Nein, denn der Pförtner ist noch mindestens eine Woche krankgeschrieben“, so Acar. Die Überwachungskamera prüfen? „Nein, da kommen wir nicht ran“, erzählt er weiter. Einen Anwalt einschalten? Auch hier lautet die Antwort Nein. Gerichtliche Schritte einzuleiten, sei nicht sein Stil. Außerdem befürchtet er: Zu viel Ärger, zu viel Aufwand und zu viel Energie, die er lieber in die Kulturarbeit stecke. Vielleicht könne er sein Konzept für den Kulturstrand ja anderweitig nutzen.

Wer den Zuschlag für das dreimonatige Kultur-Spektakel letztlich bekommen soll,will das Kreisverwaltungsreferat dem Stadtrat Anfang April vorschlagen. Dieser hat das letzte Wort. Aktuell liegen dem KVR fünf Bewerbungen vor. Neben den drei oben genannten sind zwei weitere Teams im Rennen.

Sarah Brenner

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