Ladenzeile an der Arnulfstraße

Am Hauptbahnhof: Die letzten Baracken fallen

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Ein Bagger arbeitet schon. In den kommenden Tagen sollen die Baracken fallen. Links der Starnberger Flügelbahnhof, rechts die Paul-Heyse-Unterführung.  

Der Bau der Zweiten Stammstrecke rückt näher und wirft seine Schatten voraus: An der Arnulfstraße werden jetzt alte Ladenbaracken abgerissen. Hier soll ein Ersatz-Wertstoffhof für die Betriebe im Hauptbahnhof entstehen.

München - Die drei Baracken sind die letzten Relikte jener Behelfsbauten, die in der Nachkriegszeit rund um den zerbombten und wiederaufgebauten Münchner Hauptbahnhof entstanden sind. Eng an die Böschung zwischen Arnulfstraße und Gleis 36 geschmiegt, beherbergten sie laut Bahn zuletzt einen Döner-Imbiss und ein Waffengeschäft. Die Bahn hat die Mietverträge zum 31. Juli gekündigt. Nun werden die Baracken abgerissen, um Platz für die Container zu schaffen, in denen sämtliche im Bahnhof ansässigen Betriebe und Büros ihren Müll loswerden. Die Container stehen bisher im nördlichen Innenhof neben der Empfangshalle, doch dort wird 2018 die Megabaustelle für den neuen unterirdischen S-Bahn-Halt eingerichtet.

Auch die Arnulfstraße wird beeinträchtigt

Der lange zeitliche Vorlauf erklärt sich aus der Lage: Die Böschung, die zum Teil abgetragen wird, um ausreichend Platz für den Wertstoffhof zu schaffen, muss zunächst mit Bohrpfählen abgestützt werden. „Sonst würde uns das Gleis daneben absacken“, erläutert ein Bahn-Sprecher. Auch einen Teil der Arnulfstraße wird die Anlage beanspruchen: Während der Bauzeit des Wertstoffhofs und voraussichtlich auch bis zur Fertigstellung der Zweiten Stammstrecke ist die Arnulfstraße ab Paul-Heyse-Unterführung nur einspurig befahrbar, Fußgänger müssen auf den nördlichen Gehweg ausweichen. Die Haltestelle „Seidlstraße“ der Buslinie 58 wurde bereits aufgelöst, der nächste Halt „Hauptbahnhof Nord“ ist nur 200 Meter entfernt.

Der Hauptbahnhof-Neubau soll 2018 beginnen

Der Bau des neuen S-Bahnhofs soll 2018 beginnen. Der „Nukleus“, eine gigantische Galerie, die den 40 Meter tiefer liegenden Bahnhof mit Rolltreppen und Liften erschließt, entsteht dort, wo jetzt die Schalterhalle ist. „Drumherum brauchen wir für die Großbaustelle jeden Quadratmeter. Deswegen muss der Wertstoffhof verlegt werden“, so der Bahn-Sprecher. Insgesamt werde man „etwa ein Drittel des Empfangsgebäudes abreißen müssen“.

Lesen Sie hier: Hauptbahnhof-Neubau - wir zeigen was wo geplant ist

Die Pläne für einen Neubau des Hauptbahnhofs liegen schon in der Schublade. Er soll nach den Vorstellungen der Bahn drei Jahre vor Inbetriebnahme der Zweiten Stammstrecke beginnen und auch dem Starnberger Flügelbahnhof bis hin zur Paul-Heyse-Unterführung ein völlig neues Gesicht geben.

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