Jetzt in der Pestalozzistraße

Leerstand: Gorillas belagern das nächste Haus

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Die Goldgrund-Gorillas kämpfen gegen städtischen Leerstand.

München - Die Gorillas belagern jetzt das dritte leerstehende Gebäude. Die Truppe hatte bereits in der Müller- und Pilotystraße erfolgreich gegen städtischen Leerstand gekämpft.

Senioren, deren Rente nicht mehr für die teure Miete reicht. Familien, die keinen bezahlbaren Wohnraum finden. Und Flüchtlinge, die aus Platzmangel nicht mal ein Dach über dem Kopf haben. Demgegenüber stehen städtische Gebäude einfach leer. Eine Affenschande für München, finden die Goldgrund-Aktivisten. Deshalb belagern die Gorillas jetzt das dritte leerstehende Gebäude.

Kommunalreferent Axel Markwardt steht vor dem leeren Haus in der Pestalozzistraße.

Das grüne Haus an der Ecke Pestalozzistraße / Blumenstraße wurde 2009 entmietet und steht seit 2011 komplett leer, die Eingänge sind zugenagelt, Wasser- und Stromabschlüsse abgeklemmt (tz berichtete). Zunächst sollte dort ein Pflegeheim errichtet werden – der Plan scheiterte. „Frühestens 2017 soll hier wieder Wohnraum entstehen. Trotzdem soll das Haus jetzt eiligst abgerisen werden“, klagen die Goldgrund-Gorillas.

Die Truppe hatte bereits in der Müller- und Pilotystraße erfolgreich gegen städtischen Leerstand gekämpft. Bei ihrem dritten Objekt erklären sie: „Die Stadt sucht händeringend nach Unterkünften für Flüchtlinge. Jetzt rächt es sich, dass man nicht längst begonnen hat, die Leerstände nutzbar zu machen.“

Das Gorilla-Konzept sieht in der PestalozzistraßeWohnraum für 50 Menschen vor. Doch Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD) lehnt ab: „Eine Zwischennutzung wäre mit erheblichen Kosten verbunden.“ Konkret: bis zu sechs Millionen Euro. Derzeit sei ein „menschenwürdiger Aufenthalt in dem Haus undenkbar“.

Goldgrund will dagegen ein „Welcomecenter“ namens Bellevue di Monaco einrichten. Am Dienstag soll es um 18 Uhr vor Ort eine Kundgebung geben – das dritte Affentheater mit ernstem Hintergrund.

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