Max von Thun bei Protestzug dabei

Luxusbauten-Demo: Polizei beschlagnahmt Kastanien

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Skurriler Protest gegen Luxusbauten und Mieterverdrängung: Halloween-Demo vor der Lokalbaukommission, die Neubauten genehmigt.

München - Ein gespenstischer Zug bewegte sich Freitagabend durch die Innenstadt - eine Demonstration gegen Luxusbauten. Seltsam: Die Polizei beschlagnahmte Kastanien.

München als Geisterstadt: Ein gespenstischer Zug bewegt sich Freitagabend durch die Innenstadt. An sich nichts besonderes, schließlich ist ja Halloween. Doch allein schon, dass sich die mit Werwolf-Masken versehenen Teilnehmer namentlich bei der Polizei melden müssen, zeigt, dass es so normal gar nicht sein kann …

Der Zug besteht aus Protestlern: Sie beklagen, dass immer mehr Häuser in der Innenstadt abgerissen und durch gesichtslose Glasbauten ersetzt oder Altbauten in Luxussuiten umgewandelt werden. Die meisten alteingesessenen Bewohner können sich die Mieten dann nicht mehr leisten und werden an den Rand der Stadt und noch weiter hinausgedrängt.

Max von Thun demonstrierte mit.

„München droht, sein sympathisches Gesicht zu verlieren“, so Schauspieler Max von Thun, der selbst in der Isarvorstadt wohnt. Er hatte sich unter die bunte Demo gemischt. Der Zug bewegt sich vom Kommunalreferat, das für die städtischen Grundstücke zuständig ist, zur Pestalozzistraße, wo die Stadt ein leerstehendes Haus abreißen will. „Warum nicht erst mal die Sanierungskosten von einem unabhängigen Gutachter schätzen lassen?“, fragt der Demo-Redner und Bio-Metzgermeister, Ökodesigner und Künstler Herbert Schön (51).

Herbert Schön durfte diese vier Kastanien behalten.

Auch Lokalbaukommission, der auf dem Ex- Stadtwerke-Kraftwerk entstandene Luxus-Turm The Seven sowie die Baugrube der Glockenbachsuiten an der Reichenbachbrücke bekommt Grusel-Besuch. Dort soll jeder eine Kastanie in die Baugrube Suiten werfen. Herbert Schön hatte extra einen Beutel mit Kastanien mitgebracht – in Memoriam der gefällten Bäume. Der Beutel wird aber von der Polizei beschlagnahmt – zur „Unterbindung“, wie es kurz und knapp auf dem Formular heißt. „Die hatten Angst, dass wir mit den Kastanien in der Baugrube etwas beschädigen könnten“, sagt Schön zur tz und ergänzt: „Na ja, vielleicht haben die Recht, schließlich hat der Bauherr sehr gut Anwälte.“

J. Welte

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