Gelände neben dem Schlachthof

„Kein Luxusquartier“ - Stadt stellt Pläne für Viehhof vor

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Die neuen Pläne der Stadt für das Viehhof-Gelände. 

71.000 Quadratmeter, Toplage: Was hat die Stadt mit dem Viehhofgelände vor? Das Volkstheater soll hier ein neues Zuhause bekommen. Was München noch dringender braucht, sind Wohnungen. Jetzt hat die Stadt ihre Pläne vorgestellt.

Das Viehhofgelände ist ein Filetstück auf dem Münchner Immobilienmarkt. Mittendrin und trotzdem ruhig, die Isar nah und drumherum ein Viertel mit Charakter. Dazu ist das Filetstück recht groß: 71 000 Quadratmeter, das entspricht ziemlich genau der Fläche von zehn Fußballfeldern. Und alles gehört der Stadt. Nur, was fängt die damit an?

Fest steht: Das Münchner Volkstheater zieht in den Viehhof. 10 000 Quadratmeter, fast ein Siebtel der Gesamtfläche, sind also verplant. 2020 soll der Neubau stehen. Und der Rest?

Auf dem Gelände sollen neue Wohnungen entstehen

Das Kommunalreferat hat jetzt einen Plan vorgelegt: Auf mehr als der Hälfte der Gesamtfläche sollen Wohnungen entstehen – 420 sollen es werden. Außerdem: Platz für Gewerbe auf 16 500 Quadratmetern und eine öffentliche Frei-, sprich Grünfläche nach Süden hin – als eine Art Puffer gegen die nahen Bahngleise.

„Die wichtigste Botschaft“, sagt Kommunalreferent Axel Markwardt: „Das Areal bleibt komplett in städtischer Hand.“ Es werde „mit Sicherheit kein Luxusquartier entstehen“. Die Nachbarn sollen eingebunden werden – und schrittweise soll es vorangehen.

Nur: Es sind ja auch jetzt Menschen da – rund 40 Gewerbetreibende nutzen die Gebäude auf dem Viehhof. Es gibt Büros, die Münchner Suppenküche hat hier eine Halle, die Diakonie nutzt ein Lager, ebenso das Sozialreferat. Es gibt eine Waschanlage für Lkw und eine große Metzgerei. In zehn ehemaligen Betriebswohnungen wohnen Flüchtlinge. Das „Open Air Kino Viehhof“ residiert hier mit Biergarten im Sommer und die Kulturstätte Bahnwärter Thiel.

Für Viehhof-Kino ist Schluss

Von Frühjahr bis Herbst dürfen Hobbygärtner im Südosten Gemüse anpflanzen, mitten in der Stadt, „Urban Gardening“ heißt das neudeutsche Stichwort. Für das Viehhof Kino sei hier im Herbst definitiv Schluss, sagt Markwardt.

Der Bahnwärter zieht weiter südlich auf das Gelände des ehemaligen Viehbahnhofs. Und das vorhandene Gewerbe, sagt Städtebaurätin Elisabeth Merk, soll innerhalb des Areals umgesiedelt werden. Wo das nicht gehe, helfe das Referat für Arbeit und Wirtschaft bei der Suche nach geeigneten Alternativstandorten. Aber so weit ist man noch nicht.

Der vorgestellte Plan sei lediglich eine „Testplanung“, sagt Markwardt. Sie soll zeigen: Was ist möglich? Der Stadtrat will am Donnerstag nächster Woche über die Vorlage abstimmen. Doch selbst dann kann noch nicht gebaut werden. Dann geht die ganze Sache in die nächste Phase, die sogenannte Masterplanung. Ist die abgeschlossen und bewilligt, kommt der Bebauungsplan.

Kurz gesagt: Es wird dauern – allein die Planung, schätzt das zuständige Referat, drei bis fünf Jahre. Dann sollen die bestehenden Gebäude abgerissen und neue gebaut werden. Einige wenige, zum Beispiel das Wirtshaus im Schlachthof, sind denkmalgeschützt und dürfen stehen bleiben.

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