Stadt will nur einen Teil abreißen

Müllerstraße: Haus und Bolzplatz gerettet?

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Das Eckhaus soll ­stehen bleiben.

München - Es geht also doch! Die Stadt will in der Müllerstraße doch nur zwei von drei ihrer Wohnhäuser abreißen. Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD) befürwortet einen Anbau an das markante grüne Eckhaus.

Sie Stadt hatte 2012 den Plan vorgestellt, schräg gegenüber des Luxusprojekts The Seven, das auf ehemaligem Stadtwerke-Grund entsteht, einen neuen Wohnblock zu errichten, in dem zwölf bezahlbare Wohnungen mehr als bislang entstehen sollten. Dafür hätten drei Häuser weichen müssen: das Eckhaus sowie die Nachbargebäude an der Müllerstraße und im Hof. Kostenpunkt: 6,34 Millionen Euro.

Für dass Projekt sollte aber auch der Bolzplatz der Glockenbachwerkstatt weg, auf dem sich Kinder austoben können. Die Eltern demonstrierten – und im März vorigen Jahres brachten die Goldgrund-Aktivisten eine Wohnung im Eckhaus auf Vordermann (siehe unten). CSU-OB-Kandidat Josef Schmid beantragte darauf, den Erhalt der Häuser zu prüfen, später schlossen sich die Grünen der Forderung an. Kommunalreferent Markwardt ließ den Erhalt prüfen – und siehe da: Unter elf Abriss- und Umbauvarianten kristallisiert sich eine Mischvariante heraus, die 23 Wohnungen schafft – und für die der Bolzplatz bleiben dürfte! Kostenpunkt: Fünf Millionen Euro. Markwardt: „Mit diesem Kompromiss könnte man allen Bedürfnissen gerecht werden.“

„Ein guter Kompromiss“, so Kulturmanager und Goldgrund-Kopf Till Hofmann. „Ich verstehe bloß nicht, wieso man das Eckhaus nochmal sanieren muss.“ Josef Schmid von der CSU sagt: „Ein großer politischer Erfolg für uns und das bürgerschaftliche Engagement der Eltern und der Leute von Goldgrund.“ Die grüne OB-Kandidatin Sabine Nallinger sagt: „Es hat sich gelohnt, für den Erhalt des Hauses und des Bolzplatzes zu kämpfen.“ Im Februar soll der Stadtrat entscheiden.

Die Goldgrund-Gorillas

Wie viel Hirn eine affige Aktion doch ­haben kann! Im vergangenen Jahr renovierte die Satire-Truppe Goldgrund eine leerstehende Wohnung an der Müllerstraße. Ex-Fußballer Mehmet Scholl, Kabarettist Dieter Hildebrandt & Co. werkelten in Gorilla-Kostümen und bewiesen: Auch mit wenig Geld kann man sanieren!

Johannes Welte

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