Und wia schaut’s jetzt aus?

Wie "München 72" plötzlich erwachsen wurde

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Tom Zufall (38), Wirt vom "München 72"

München - Die Bar "München 72" ist vor fünf Monaten vom Gärtnerplatzviertel ins Glockenbachviertel umgezogen - zwangsweise. Wie geht es dem Lokal jetzt und was hat sich verändert? 

Es sind Gschichtn aus der Stadt – Themen, die München wochenlang bewegten und bewegen. Themen, bei denen wir nochmal nachfragen: Was ist aus den Plänen geworden? Haben sich die Träume erfüllt? Und wia schaut’s jetzt aus? ­Aufgeschrieben von Florian Kinast.

Herr Zufall, vor fünf Monaten berichtete die tz von der bevorstehenden Schließung Ihres Lokals in der Kohlstraße, weil Sie der Vermieter dort nicht mehr haben wollte. Jetzt haben Sie einen Ersatz gefunden und sind umgezogen. Und? Wia schaut’s aus?

Tom Zufall: Gut schaut’s aus. Wir sind jetzt in der Holzstraße. Und ganz ehrlich: Da ist es noch viel schöner als im alten Lokal. Wir haben 15 Sitzplätze mehr, auch vor dem Lokal auf der Freischankfläche ist es gemütlicher. Links und rechts sind zwei weitere Gastro-Betriebe, da passen wir gut mitten rein. In der Kohlstraße dagegen war außer unserem Lokal gar nichts, da waren wir die einzige Kneipe. Der Ort hier ist ein Riesen-Glücksfall.

Wie sind Sie denn dazu gekommen?

Zufall: Georg Schneider, der Chef von Schneider-Weiße, war Stammgast bei mir. Seiner Brauerei gehörte das Lokal, das hier in der Holzstraße zumachte, so konnten wir hier zum 1. April rein. Den Gästen gefällt es auch. Viele haben schon gesagt, wir seien erwachsener geworden.

Warum? Weil das Lokal nicht mehr so verspielt wirkt und nicht mehr in jedem Winkel überall Olympia-Devotionalien von 72 zu finden sind?

Zufall: Richtig. Konzept und Name sind noch gleich, allerdings haben wir die Erinnerungen an die Sommerspiele jetzt in einer Ecke neben der Bar kompakt beieinander.

Den alten Fernseher gibt es aber nicht mehr, auf dem in einer Endlosschleife die Eröffnungsfeier der Spiele von 1972 lief?

Zufall: Nein, der ist inzwischen endgültig durchgebrannt. Der hat das nicht mehr gepackt.

Ist das Glockenbachviertel besser als das Gärtnerplatzviertel?

Zufall: Absolut. Im Gärtnerplatzviertel ist ja gastronomisch gar nichts mehr los. Feinkostläden und Fondue-Restaurants ja, aber Clubs und Kneipen hat’s kaum noch, da macht ein Lokal nach dem anderen dicht. Das ist sehr schade, aber es gibt dort immer mehr das Phänomen, dass ein einzelner neu dazu gezogener Nachbar ein Lokal raus haben möchte. Das gelingt ihm dann auch meistens, darum rührt sich jenseits der Fraunhoferstraße gar nichts mehr. Hier dagegen brummt’s richtig. Es ist viel urbaner.

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