“Erst wenn diese Maßnahmen realisiert sind...“

24-Stunden-Bann am Hauptbahnhof? Daran könnte ein dauerhaftes Alkoholverbot scheitern

Polizisten am Münchner Hauptbahnhof stellen sicher, dass das nächtliche Alkoholverbot eingehalten wird.
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Polizisten am Münchner Hauptbahnhof stellen sicher, dass das nächtliche Alkoholverbot eingehalten wird.

Wird es am Hauptbahnhof bald ein Alkoholverbot rund um die Uhr geben? Am Dienstag, 20. November, soll der Stadtrat über diesen Vorschlag abstimmen.

München - Bislang ist Alkohol am Hauptbahnhof in den Nachtstunden zwischen 22 und 6 Uhr tabu. Die Regelung gilt seit Januar 2017. Nach übereinstimmender Meinung von Polizei und KVR hat sich seitdem die Sicherheitslage am Hauptbahnhof verbessert. Die Kriminalität sei statistisch zurückgegangen, auch bei schweren Delikten, heißt es. Die Stadt wollte mit dem Alkoholverbot vor allem die Probleme mit der Stehtrinkerszene in den Griff bekommen. Offenbar haben Pöbeleien und Saufgelage tatsächlich abgenommen, weshalb nun sogar ein 24-Stunden-Verbot beschlossen werden soll.

Ob es so weit kommt, ist noch unklar. Die CSU-Fraktion im Stadtrat zeigt sich aufgeschlossen. Sie hatte ohnehin schon eine Ausweitung der Regelung im Zeitraum zwischen 18 und 10 Uhr beantragt, also 16 Stunden pro Tag. Die SPD, Rathaus-Regierungspartner der CSU, war bisher skeptisch, scheint aber nun einzulenken.

Ein 24-Stunden-Verbot sei denkbar, sollten parallel dazu sozialpolitische Maßnahmen ergriffen werden, lässt die Fraktion verlauten. „Es ist uns wichtig zu helfen, anstatt einfach nur zu verbieten“, sagt Christian Vorländer, Sprecher der SPD im Kreisverwaltungsausschuss. Daher sollten Angebote für alkoholabhängige Menschen geschaffen werden, fordern die Sozialdemokraten. Dabei gehe es sowohl um eine Verbesserung des Sicherheitsgefühls als auch der Aufenthaltsqualität am und um den Hauptbahnhof. Vorländer: „Erst wenn diese Maßnahmen realisiert sind, stimmen wir einer zeitlichen Ausweitung des Alkoholverbots zu.“ 

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