Ganz neue Lärmquelle wird bekannt

Münchnerin lebt seit 30 Jahren im Zentrum und sieht traurigen Trend - Anwohnerin schildert „Ballermann“-Szenen

Coronavirus - München
+
Zahlreiche Plastikbecker und Müll sind am Abend am Gärtnerplatz zu sehen.

Die Bewohner der Ludwigs- und Isarvorstadt lieben ihre Stadt, aber der Lärm stört sie sehr. Bei der Bürgerversammlung waren nächtliche Ruhestörungen, Verkehrslärm und andere missliche Geräusche ein Thema bei vielen Anträgen.

München - Eine Frau, die seit neun Jahren am Gärtnerplatz lebt, sagte beispielsweise: „Die absolute Rücksichtslosigkeit gegenüber unserem Viertel wird immer schlimmer. Wir Anwohner müssen uns die grundlegendsten Bürgerrechte erkämpfen!“

München: Gärtnerplatz-Anwohnerin klagt, dass Feiernde den Respekt verloren hätten

Feiernde kletterten über Hoftore, pinkelten unverblümt an Mülltonnen und ließen jede Menge Glasflaschen zurück. Der nächtliche Lärm sei jedenfalls oft unerträglich. Sie und andere stünden im regen Kontakt mit der Polizei, die allerdings oft nur im Auto vorbeifahre und selten aussteige, um Ruhestörungen zu klären. Wo schon einige laute Zeitgenossen zusammensäßen, kämen nachts oft noch betrunkene Gröler hinzu.

Von einer deutlichen Verrohung sprach auch eine Bürgerin, die seit 30 Jahren in der Münchner Innenstadt und seit 18 Jahren an der Rothmundstraße wohnt. Von der ehemaligen Ruhe dieses Sträßchens sei nichts mehr übrig. Aus den Schanigärten der Lokale halle es gar zu ihr in den fünften Stock hinauf. Die Gäste würden auch kreuz und quer Einfahrten zuparken und sich außerdem zwischen Autos erleichtern, wie sie von oben genau beobachtet hat. Ihr Antrag auf mehr Polizeikontrollen zum Schutz der Anwohner fand eine deutliche Mehrheit.

„Münchner Ballermann“: Anwohner klagen bei Bürgerversammlung ihr Leid

Auch in der Tumblinger- und Maistraße beklagte eine Frau einen „Münchner Ballermann“ plus dem ständigen Kommen und Wegfahren von Autos und Motorrädern. Müll, Scherben und Essensreste seien auch an anderen Stellen im Viertel, wie dem Stephansplatz, nervig, hässlich und teilweise gesundheitsgefährdend für die Anwohner und lockten auch Ungeziefer an. Oft werde außerdem noch mit lauten Autos gerast, wie in der Schillerstraße. Auch die Viehtransporte zum Schlachthof wurden beklagt.

Eine ganz andere Lärmquelle macht einem Herrn aus der Schwanthalerstraße zu schaffen: „Werktags um 4 Uhr werde ich von den städtischen Kehrmaschinen geweckt. Das ist Lärm-Stress zu unchristlichen Zeiten und dauert so lange, dass ich nicht mehr einschlafen kann.“

Auch interessant

Kommentare