Angriff auf Kulturzentrum 

Brandanschlag auf Bahnwärter Thiel: Staatsschutz ermittelt im Schlachthofviertel 

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Die Kulturstätte Bahnwärter Thiel an der Tumblingerstraße ist von Zündlern heimgesucht worden.

Das Schlachthofviertel kommt einfach nicht zur Ruhe:  Nach einem Brandanschlag auf das Kulturzentrum „Bahnwärter Thiel“ ermittelt der Staatsschutz.

München - Zwischen Februar und April ist vor allem das Areal des ehemaligen Viehhofs immer wieder ins Visier von Zündlern geraten. 

In der Nacht auf Mittwoch haben die Feuerteufel offenbar erneut zugeschlagen. Und das ausgerechnet beim in der Kulturszene so beliebten Veranstalter Daniel Hahn – Brandanschlag auf den Bahnwärter Thiel! Der genaue Tatzeitpunk ist nicht bekannt. Die Polizei geht aber davon aus, dass der Holzschuppen des Ensembles an der Tumblingerstraße zwischen Mitternacht und Mittwochmorgen gegen 8 Uhr in Brand gesetzt wurde. Die mutmaßlichen Täter müssen sich über einen Zaun Zugang zu dem Areal verschafft haben. 

Die Polizei berichtet, dass die Brandfahnder des Kommissariats 13 bei der ersten Besichtigung der Stelle sofort eines ausschließen konnten: einen technischen Defekt. Bleibt nur die Schlussfolgerung: Hier haben (bisher noch) Unbekannte absichtlich Feuer gelegt – was für ein Wahnsinn! In dem Holzschuppen, der vor allem als Lagerraum genutzt wird, befand sich zu dem Zeitpunkt der Tat jede Menge brennbares Material – wie etwa Holzmöbel und andere Gegenstände. 

Daniel Hahn, Chef des Kulturzentrums Bahnwärter Thiel, und seine Kollegen hatten in diesem Fall sogar noch Glück. Das Feuer breitete sich zwar in dem Schuppen rasend schnell aus – laut Polizei muss anhand der Spurenlage und des Zerstörungsbildes eine extreme Hitze gewütet haben. Doch, das große Glück: Die Temperaturen stiegen so an, dass ein in der Nähe verlaufendes Wasserrohr platzte. Das herausströmende Wasser sorgte dafür, dass sich das Feuer nicht weiter ausbreiten konnte und schließlich keinen weiteren Schaden mehr anrichten konnte.

Wasserrohr explodiert - Feuer wird gelöscht

Hätte das geplatzte Rohr den Brand nicht gestoppt, das Feuer hätte vermutlich auf das Hauptgebäude übergegriffen und einen weitaus höheren Schaden verursacht. Doch wer könnte hinter der Tat stecken? Bei dieser Frage steht die Polizei noch am Anfang ihrer Arbeit. Das Kommissariat 45, auch unter Staatsschutz bekannt, hat seine Ermittlungen aufgenommen, weil die Möglichkeit besteht, die Zündler könnten politische Motive haben. Welchem Spektrum die Täter zuzuordnen wären, ist unklar.

Daniel Hahn selbst wollte sich zu dem Angriff auf seine Kultstätte nicht äußern. Er wolle abwarten, bis die Polizei ihre Arbeit getan hat, ließ er ausrichten.

Hinter dem Bahnwärter Thiel steht Veranstalter Daniel Hahn, der im Februar 2017 mit dem Transport der MS Utting vom Ammersee auf eine stillgelegte Eisenbahnbrücke in Sendling für Aufsehen sorgte. 

Die Polizei sucht nun Zeugen, die im in der Tumblingerstraße Wahrnehmungen gemacht haben, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten. Hinweise nimmt das Polizeipräsidium München unter der Telefonnummer 089/2910-0 entgegen.

Weiterer Brandanschlag in München

Am Donnerstag gab es noch einen zweiten Brandanschlag, der aber nicht in Verbindung stehen soll mit dieser Tat. Molotow-Cocktails wurden auf ein Umspannungswerk der Stadtwerke geworfen. Auch hier ermittelt der Staatsschutz.

In der Forstenrieder Allee wiederum entzündete ein Mann absichtlich ein Feuer in seiner eigenen Wohnung

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mag/joh

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