Es wirkt paradox

Was soll das denn? Münchner Edeka bittet Kunden scheinbar darum, weniger einzukaufen

Dieser Aushang irritiert: Wieso will die Edeka-Filiale am Hauptbahnhof, dass man nur Reisebedarf einkauft? Wir klären auf. 

München - Auf den ersten Blick wirkt dieses Schild vor der Edeka-Filiale am Hauptbahnhof München paradox. „Sehr geehrte Kunden, wir bitte Sie nur noch Reisebedarf einzukaufen. Vielen Dank für Ihr Verständnis“, steht dort.

So mancher Reisende wird sich darüber schon gewundert haben. Auch Twitter-Nutzerin „Frau Königin“ hat ein Foto von dem Schild gemacht. Offenbar war auch sie irritiert. Will der Supermarkt etwa, dass die Kunden nicht zu viel kaufen? Eigentlich müsste man doch davon ausgehen, dass der Einzelhändler möglichst zahlreiche Waren auf dem Kassenband sehen möchte?

Das ist die Erklärung für den seltsamen Aushang

Was ist da los? Wir haben bei der Geschäftsinhaberin Christina Ernst nachgefragt. Sie klärt auf: Das Schild hat etwas mit den gesetzlichen Öffnungszeiten in Bayern - und speziell im Bahnhofsbereich - zu tun. Hier gilt eine Sonderregelung: Eigentlich muss sich Edeka nämlich nur an den Öffnungszeiten der Deutschen Bahn orientieren - und die sind bekanntlich sieben Tage rund um die Uhr. Dennoch stellen die Mitarbeiter jeweils ab 20 Uhr abends und an Feiertagen dieses Schild für die Kunden auf, weil in diesen Zeiträumen nur noch Reisebedarf gekauft werden soll. 

Nur Reisebedarf, aber keine Kontrolle an der Kasse

Kontrolliert wird aber nicht, was für die Kunden Reisebedarf ist. Dazu sieht sich Christina Ernst auch gar nicht in der Lage: „Wir wissen ja nicht, wohin die Kunden fahren, wie lange sie unterwegs sind oder mit wie vielen Leuten sie zusammen reisen.“ Ab 23 Uhr ist dann auch im Edeka am Hauptbahnhof Schluss - Feierabend für Mitarbeiter und Kunden! 

Ähnliche Regelung für Tankstellen

Für Tankstellen in Bayern gibt es eine ähnliche Regelung. Auch sie haben besondere Ladenöffnungszeiten. Außerhalb der allgemeinen Ladenschlusszeiten sowie an Sonn- und Feiertagen gilt eine Sonderregelung für Reisebedarf. Hier wurde vom Gesetzgeber genauer definiert, was unter dem Begriff Reisebedarf zu verstehen ist: „Zeitungen, Zeitschriften, Straßenkarten, Stadtpläne, Reiselektüre, Schreibmaterialien, Tabakwaren, Schnittblumen, Reisetoilettenartikel, Filme, Tonträger, Bedarf für Reiseapotheken, Reiseandenken und Spielzeug geringeren Wertes, Lebens- und Genussmittel in kleineren Mengen sowie ausländische Geldsorten.“

Derweil sorgte am Donnerstag ein Rückruf für Aufsehen, von dem unter anderem auch Edeka betroffen war: Ein beliebtes Produkt kann Sehstörungen auslösen.

mag

Rubriklistenbild: © red

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