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Großbaustelle im Münchner Untergrund: Jetzt gibt es die ersten Fotos der Mega-Garage

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So sieht es 13 Meter unterhalb der Baustelle am Thomas-Wimmer-Ring aus © Schlaf

Zehn Meter unter dem Thomas-Wimmer-Ring tobt Münchens wohl am besten versteckte Großbaustelle. An der Oberfläche bekommt man kaum mit, dass hier eine Tiefgarage entsteht. Wir durften einen ersten Blick in das Bauwerk werfen.

Direkt unter dem Altstadtring wird seit zwei Jahren kräftig an einer Tiefgarage gebuddelt. An der Oberfläche versteckt sich die Baustelle hinter meterhohen Sicht- und Lärmschutzwänden. Drunten entsteht in bis zu zwölf Metern Tiefe eine große Tiefgarage mit stützenfreien Stellplätzen für 520 Autos. Nächstes Jahr soll sie in Betrieb gehen.

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Bagger transportieren den Schlamm ab. © Schlaf

Die Dimensionen sind gewaltig. Schon vor der Grundsteinlegung mussten mehr als 40 000 Kubikmeter Erdreich aus der Grube geholt werden. Über 20 000 Kubikmeter Beton und 40 000 Tonnen Stahl werden hier verbaut. In der Baugrube ist es sehr schlammig. „Unsere Wasserpumpen haben bei dem vielen Regen der vergangenen Tage einiges zu tun“, sagt Projektleiter Bernhard Deurer vom Privatinvestor Wöhr + Bauer und blickt nach oben. „Unter Tage können wir aber arbeiten, auch wenn es weiter regnet. Das ist auch ein Vorteil unserer Bauweise.“

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Ein Arbeiter flext am Konstrukt für den Boden der untersten Ebene an der Westseite © Schlaf

Zuerst wurde auf der Ostseite der Garage in Richtung Maximilianstraße gebaut. Hier arbeitet die Baufirma bereits am Ausbau der drei Etagen. Auf der anderen Seite wird noch gegraben, die Decke der ersten Parkebene ist bereits geschlossen. Nur wenige Öffnungen sind geblieben, durch die mit Kränen Bauteile und Maschinen hinabgelassen und Aushub nach oben transportiert wird. Eine aufwendige Bauweise, die auch teurer ist. Am Ende soll die Tiefgarage 140 Meter lang und mehr als 30 Meter breit werden. Jedes Geschoss misst dann 5900 Quadratmeter. Zu den drei Parkebenen kommt eine Fußgängerunterführung. Diese bietet auch Platz für etwa 200 Fahrradboxen. Acht Stellplätze für Elektro-Autos sollen ebenfalls geschaffen werden. „Die Anzahl können wir auch erhöhen. Bisher ist das Interesse aber nicht groß genug“, sagt Deurer.

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© Schlaf

Erst Mitte Januar mussten die Organisatoren kurzfristig umplanen. Der Stadtrat entschied sich für einen Kompromiss beim geplanten Radweg am Altstadtring. Anstelle der drei Autospuren pro Fahrtrichtung kommen jetzt zwei Spuren für Autos und ein Radweg je Richtung (wir berichteten). Diese Änderung erhöht die Gesamtkosten von etwa 15 Millionen Euro um weitere etwa 250 000 Euro. Zeitliche Verzögerungen werde es aber kaum geben, versichert Projektpressesprecher Fabian Häusler.

MIRIAM HEINRICHS

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