Von bedrohlicher Gestalt

Grusel-Puppen verschrecken Passanten - das steckt hinter dem sonderbaren Projekt

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Neben dem Paul-Heyse-Tunnel stehen die übergroßen Grusel-Skulpturen. 

Vermummte Skulpturen von schauriger Gestalt in Münchens Zentrum bereiten Passanten Gänsehaut. Dahinter steckt ein Kunstprojekt zum Gruseln. 

München - Es ist ein gruseliger Anblick: Stumm stehen zwei riesige Puppen auf dem Balkon an der Kreuzung Arnulfstraße/Ecke Paul-Heyse-Unterführung. Sie scheinen regelrecht auf die Fußgänger und Autofahrer herabzuschauen. Bedrohlich – und das, obwohl ihre Gesichter verdeckt sind. Zugeschnürt mit ihren Kapuzen. Das Kind klammert sich an das Bein des Erwachsenen. Irgendwie ängstlich… Ja, mancher Münchner mag eine Gänsehaut bekommen, wenn er hier nach oben blickt. Aber wie kommen die Puppen eigentlich auf den Balkon? Wer hat sie auf das Vordach, das zum Gebäude der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gehört, gestellt? 

Grusel-Kunst in München: Passanten wählen Notruf

Street-Art-Künstler Mark Jenkins bei seiner Arbeit mit Klarsichtband. 

Des Rätsels Lösung: Es handelt sich dabei um ein in Handarbeit gefertigtes Werk des bekannten US-Streetart-Künstlers Mark Jenkins (49). Er ist international durch seine Installationen im Straßenraum bekannt, die er meist aus Klebeband fertigt. Das Motto ist oft ähnlich: So zeigt Jenkins lebensechte Figuren an ungewöhnlichen Orten in Städten. Einmal ragen Beine aus einem Müllcontainer oder ein Körper treibt auf einem Fluss… Viele seiner Kunstwerke haben schon den Rettungsdienst oder die Polizei auf den Plan gerufen. 

In Zusammenarbeit mit dem Münchner Kunstverein Positive-Propaganda hat er bereits 2013 im Westend gewirkt. Jenkins fertigte eine Skulptur in Form eines Graffiti-Künstlers an, die auf dem Dach des Sozialreferates im Westend liegt und mit einer Farbrolle an der Hauswand Tic-Tac-Toe (oder: Drei gewinnt) spielt. Für das Gebäude entschied er sich, weil somit auch sozial schwache Menschen in den Genuss von Kunst kommen können. Kostenfrei. Und die Botschaft seiner Grusel-Puppen? Dazu schweigt der Künstler noch. 

Einen Kunst-Schock erlebten auch die Bürger von Paris, nachdem ein Banksy-Werk aus dem Bataclan-Club gestohlen wurde – durch dessen Türe entgingen viele Menschen dem Tod. 

Plötzlich wurde sein Arbeitgeber stutzig. Die Polizei ist in München einem besonders dreisten Paketboten auf die Schliche gekommen.

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