Alarm an der Paul-Heyse-Straße

Abgas-Schock am Hauptbahnhof München: Stickoxid-Grenzwerte im roten Bereich 

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Neues Sorgenkind: Um der hohen Luftbelastung an der Paul-Heyse-Straße Herr zu werden, zieht die Stadt sogar eine Einbahnstraßenregelung in Betracht. Auf dem Foto sieht man das Messgerät. 

Die Luftqualität in München verbessert sich tendenziell. Es gibt aber noch Stellen, an denen die Grenzwerte für Stickstoffdioxide deutlich überschritten werden, unter anderem am Hauptbahnhof.

  • Die Stickstoffdioxidwerte in München sinken tendenziell.
  • An wenigen Standort überschreiten sie die Grenzwerte aber deutlich.
  • Der negative Rekordwert wurde an der Paul-Heyse-Straße beim Hauptbahnhof gemessen.

München - Die Luftqualität inMünchen verbessert sich. Dies belegen aktuelleStickstoffdioxid-Messungen der Stadt. Allerdings gibt es ein neues Sorgenkind. In Bahnhofsnähe – am Standort Paul-Heyse-Straße 8 – wird die Luft schlechter. Die Stadt erwägt verkehrssteuernde Maßnahmen.

Tendenziell geht die Stickstoffdioxidbelastung in München zurück

44 Messstationen hat das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) mittlerweile im gesamten Stadtgebiet installiert. Im vierteljährlichen Turnus veröffentlicht das RGU eine Wasserstandsmeldung über die Entwicklung der Werte. Tendenziell geht die Stickstoffdioxidbelastung zurück, was Umweltreferentin Stephanie Jacobs (parteilos) erfreut zur Kenntnis nimmt: „Im Vergleich der Mittelwerte der ersten neun Monate des Jahres 2019 zu den Mittelwerten 2018 zeigt sich eine Verbesserung der Luftqualität“, resümiert sie.

Die Paul-Heyse-Straße übersteigt die Grenzwerte deutlich

An insgesamt 33 Standorten liegen die NO2-Werte der ersten drei Quartale unterhalb des gesetzlichen Grenzwerts von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Insbesondere in den Wohngebieten sei die Luft gut, sagt Jacobs. An acht Standorten wird die 40-Mikrogramm-Marke überschritten, der für mögliche Fahrverbote relevante Schwellwert von 50 Mikrogram nur noch an drei Messstellen. Dies sind die beiden Standorte am Mittleren Ring (Tegernseer Landstraße 19 und Chiemgaustraße 140) sowie die Paul-Heyse Straße.

In unmittelbarer Bahnhofsnähe wurde im dritten Quartal 2019 ein Durchschnittswert von 60 Mikrogramm gemessen – der negative Rekordwert. Jacobs will nun mit ihrer Behörde Vorschläge erarbeiten, damit die Werte in diesem Bereich wieder sinken. Dies könnte so weit gehen, dass in der Paul-Heyse-Straße eine Einbahnregelung eingeführt wird, wie die Umweltreferentin unserer Zeitung verriet. Generell kündigte Jacobs an: „An den besonders verkehrsbelasteten Streckenabschnitten ergreifen wir Maßnahmen, um die Luft zu verbessern und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.“

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Mit intelligenter Verkehrssteuerung sollen die Stickoxidwerte in der Prinzregentenstraße gesenkt werden

Seit dem zweiten Quartal 2019 sind auch zwei zusätzliche Messstellen an der Prinzregentenstraße auf Höhe der Hausnummern 74 und 115 installiert. Dort ergibt sich über das zweite und dritte Quartal (April bis September 2019) ein Mittelwert von 47 beziehungsweise 45 Mikrogramm pro Kubikmeter. Das Landesamt für Umwelt hatte 2018 in der Prinzregentenstraße auf Höhe der Hausnummern 64 und 66 Werte von 56 beziehungsweise 57 Mikrogramm gemessen. Für die Prinzregentenstraße hat der Stadtrat im Mai einen Verkehrsversuch zur Reduzierung des Verkehrs um 15 Prozent mittels intelligenter Verkehrssteuerung beschlossen. Der Versuch startet in Kürze. Jacobs geht daher davon aus, dass der Grenzwert an der Prinzregentenstraße künftig eingehalten wird.

Allgemein zeigt sich die Umweltreferentin optimistisch

Auch sonst zeigt sich die Umweltreferentin optimistisch. Laut Prognose des Landesamtes für Umwelt dürfte derStickoxidgrenzwert bis zum Jahr 2020 bereits an 98,8 Prozent des Münchner Straßennetzes eingehalten werden. Überschreitungen würden noch auf einer Straßenlänge von 6,1 Kilometern auftreten. Bis 2023 will die Stadt auch diese Problemorte in den Griff bekommen, mit Ausnahme eines Abschnitts an der Landshuter Allee, wo sich eine Messstelle des Landesamtes für Umwelt befindet. Dort gehen die Prognosen davon aus, dass der Grenzwert erst im Jahr 2026 eingehalten wird. Die Landshuter Allee weist regelmäßig die höchste NO2-Belastung aus.

Die einzelnen Werte der 44 städtischen Messstellen sind unter www.muenchen.de/messergebnisse abrufbar.

Klaus Vick

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