Arbeiten ziehen sich über Jahre

Startschuss für Mega-Projekt im Bahnhofsviertel: Was mit dem „Elementum“ auf München zukommt

Das ist geplant: Das künftige „Elementum“ mit seinem bewaldeten Innenhof, der für alle zugänglich ist.
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Das ist geplant: Das künftige „Elementum“ mit seinem bewaldeten Innenhof, der für alle zugänglich ist.

Lange liefen die Planungen, in diesem Monat beginnen nun die Arbeiten für einen Ausnahme-Bau im Bahnhofsviertel. Mit dem „Elementum“ wird ein ganzes Karree umgekrempelt und aufgewertet. Bis zum Herbst 2025 soll es fertig sein.

  • Das veraltete Postbank-Funktionsgebäude am Hauptbahnhof bekommt einen völlig neuen Anstrich - so entsteht das „Elementum“.
  • Die demnächst startenden Baumaßnahmen ziehen sich über fünf Jahre hin.
  • Dabei bringt das Bauvorhaben aber viele Vorteile mit sich.

München - Das Prädikat Leuchtturmprojekt mag inflationär verwendet werden. Im Fall des „Elementum“ ist dieser Begriff aber mehr als passend. Schließlich wird das Vorhaben, hinter dem die Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron (Allianz Arena, Elbphilharmonie) sowie die Bank Credit Suisse als Großinvestor stehen, das Bahnhofsviertel nachhaltig verändern.

Dabei verwandelt sich das veraltete Postbank-Funktionsgebäude an der Ecke Paul-Heyse- und Bayerstraße in den nächsten fünf Jahren zu einem schmucken Prestigebau - samt begrüntem Innenhof, in dem sich jeder aufhalten kann. Jetzt im Mai geht es los mit einer Baustelle, die sich von dem übrigen Baggerchaos rund um den Hauptbahnhof abheben wird.

München bekommt Elementum: Zunächst wird das Gebäude entkernt

Die Nachbarschaft wird zuerst einmal kaum etwas von dem mitbekommen, was in dem Karree passiert. „Wir beginnen mit der Entkernung des Gebäudes“, erklärt Projekt-Sprecher Professor Stephan Heller von der Agentur Heller & Partner. Und das geschieht im und über den Innenhof. Die Materialien werden nach ihrer Wiederverwendbarkeit getrennt und mit Lastwagen abtransportiert.

Wenn man so will, wird das alte Postbank-Gebäude von innen nach außen umgekrempelt. Diese vorbereitenden Maßnahmen laufen laut Heller über die nächsten Monate, am Ende dieses Jahres beginnen dann die Abbrucharbeiten. Ende 2021 - so die Planung - folgt der Rohbau.

Eine neue Aufenthaltsqualität soll in dem Bahnhofskarree geboten werden.

München bekommt Elementum: Viele Vorteile durch Erhaltung des Großteils der Substanz

Das Besondere: „Zwei Drittel der Substanz kann erhalten bleiben.“ Das hat gleiche mehrere Vorteile: Dadurch, dass es nur Teilabrisse und partielle Ergänzungen gibt, fallen die Staub- und Lärmbelastung sowie der Baustellenverkehr viel geringer aus. Zugleich reduziert sich auch der CO2-Ausstoß. Weiterer, nachhaltiger Effekt: „Der abgebrochene Beton und das Mauerwerk können aufgearbeitet und wiederverwendet werden.“

Bis zum Herbst 2025 entstehen auf diese Weise auf 60.000 Quadratmetern neue Büroflächen für bis zu 3500 Mitarbeiter - ergänzt um gehobene Gastronomie und Läden. Ob in dem Komplex auch exklusives Wohnen angeboten werden kann, hat das Planungsreferat der Stadt geprüft. Das Ergebnis kam im Feriensenat des Stadtrats auf die Tagesordnung: „Wohnen ist nicht zulässig“, erklärt Heller. Vor allem wegen der hohen Lärmbelastung in dem Viertel.

München bekommt Elementum: Kein neuer Bebauungsplan notwendig

Die Klärung dieser Frage war für das baurechtliche Verfahren wichtig. Denn nun ist kein neuer Bebauungsplan für das Projekt notwendig. Das Verfahren hätte sich erfahrungsgemäß über mehrere Jahre hingezogen. Stattdessen stellt die Stadt den „Elementum“-Initiatoren in Aussicht, dass es für ihre Bauvoranfrage grünes Licht geben wird.

Noch liegt die Baugenehmigung für das außergewöhnliche Bauvorhaben aber nicht auf dem Tisch. Wie berichtet, soll sich im Jahr 2018 allein der Preis für das Innenstadt-Grundstück gerüchteweise auf 275 Millionen Euro belaufen haben. Mindestens genauso viel dürften die Baukosten ausmachen. Konkrete Zahlen nennen die Projektbeteiligten aber nicht.

Verbesserte Optik: Das „Elementum“ wird das in die Jahre gekommene Postbank-Gebäude ersetzen.

Auch das Bahnhofsgebäude wird aufwendig neugebaut - dabei machten Bauarbeiter im Erdreich einen überraschenden Fund.

Bei uns finden Sie auch weitere Informationen zum Hauptbahnhof*, beim bis 2028 veranschlagten Umbau* geht es um eine zweite Stammstrecke.

Bezüglich der Gleise* kann der Reisende im Hauptbahnhof schonmal verwirrt werden. Bei den Rezensionen* auf Google und Co. kommt das Gebäude nicht immer gut weg.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Nadja Hoffmann

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