Wut über Umgestaltung

“An Hässlichkeit nicht zu toppen”: Alteingesessene Handwerker verlassen bekannte Münchner Straße 

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„An Hässlichkeit nicht zu überbieten“ finden Anwohner und Gewerbetreibende die Fraunhoferstraße.

In der Fraunhoferstraße stehen Autofahrer, Radler und Fußgänger auf Kriegsfuß - sagen Anwohner. Schuld ist die massive Umgestaltung der Verkehrswege. Kann ein Vier-Punkte-Plan Abhilfe schaffen?

München/Isarvorstadt - Eine Zumutung! So sehen Gewerbetreibende an der Fraunhoferstraße und viele Anwohner die Neugestaltung der Straße. Nun verlässt bereits der zweite Handwerker, ein alteingesessener Dachdecker- und Spenglermeister, die Straße. Der ständige Protest stimmt nun auch den Bezirksausschuss (BA) 2 um.

Quasi über Nacht wurde die gesamte Fraunhoferstraße massiv umgestaltet. Jetzt gibt es einen zusätzlichen Radweg, keine Parkplätze und damit mehr Sicht. Doch die Anwohner sind sauer: „Unsere Straße ist nicht sicherer, sondern hochgefährlich geworden“, so ein Bürger im BA 2. „Wir haben jetzt einen sinnlosen Fahrradschnellweg, mehr Raser – und die Hässlichkeit der Straße ist nicht zu toppen.“

München: Alteingesessene Handwerker verlassen bekannte Münchner Straße 

Es gebe nur noch ein Gegeneinander von Autofahrern, Radlern und Fußgängern, sagen Marion und Martin Kilian vom örtlichen Schlüsseldienst. „Wir wollen zurück zu Rücksichtnahme und fairem Umgang.“ Sie haben deshalb einen Vier-Punkte-Plan entwickelt – für „Beruhigen“, „Begrünen“, „Beladen“ und „Liefern“ . Drei der Forderungen wollen die Stadtverwaltung und der BA 2 nun sogar direkt umsetzen. Bald sollen Lieferzonen markiert werden. 

Gegen die Stimmen der CSU-Fraktion beantragten die Lokalpolitiker Tempo 30 für die Straße, was auch die Anwohner fordern. Außerdem will man zumindest eine mobile Begrünung – zum Beispiel Hochbeete oder eine Wanderbaumallee – aufstellen.

Wirbel in der Fraunhofestraße: „So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben“

„So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben“, erklärte der BA-Vorsitzende Andreas Klose (Rosa Liste). Anfang November macht auch die IHK mobil und lädt die betroffenen Gewerbetreibenden schriftlich zu einer Diskussionsrunde ein.

Ärger gibt es auch in der Nähe: Seit einer Neuregelung müssen Anwohner im Glockenbachviertel bei den Nebenkosten tiefer in die Tasche greifen - um den Dreck entfernen zu lassen, den Feiernde hinterlassen. 

BUS

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