Von Fürsorge war nichts zu spüren

Sollte eigentlich Tochter abholen: Polizisten staunen nicht schlecht, als sie Vater (36) nachts aufgreifen

Ein Polizeiwagen steht vor dem Karlsplatz in München.
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Unweit des Stachus wurde ein nachlässiger Vater von der Polizei geschnappt (Symbolbild).

Dass ihn seine Tochter gebraucht hätte, schien ein 36-Jähriger komplett vergessen zu haben. Nach einer sonderbaren Nacht in München ermittelt jetzt die Polizei.

München - Am Montagmorgen (2. November) gegen 2.15 Uhr meldete sich eine verzweifelte Jugendliche bei der Polizeieinsatzzentrale. Sie gab an, dass sie gemeinsam mit einer Freundin seit Stunden durch München irren würde. Eigentlich hätte sie ihr Vater abholen sollen.

München: Mann soll eigentlich Tochter abholen - und rast mit BMW durch die Stadt

Infolgedessen wurde nach dem „Papa“, einem 36-Jährigen aus Sachsen-Anhalt, im Umkreis des Stachus gesucht. Wenig später bemerkten Polizisten einen BMW-Fahrer, der mehrfach rote Ampeln überfahren hatte und mit überhöhter Geschwindigkeit im Stadtgebiet unterwegs war.

An der Kreuzung Zweibrückenstraße/Erhardtstraße konnte der 36-Jährige durch eine Streife gestoppt werden. Da den eingesetzten Beamten der Geruch von Betäubungsmitteln aus dem BMW entgegenkam, wurde das Auto von einem Drogenspürhund durchsucht. Dabei wurden Betäubungsmittel sowie entsprechendes „Zubehör“ entdeckt, wie es im Pressebericht der Polizei München heißt.

München: Verzweifelte Jugendliche meldet sich bei Polizei, die greift berauschten Vater auf

Im Kofferraum fanden die Beamten zudem Einbruchswerkzeug und den Geldbeutel einer anderen Person. Beides wurde sichergestellt. Der 36-Jährige aus Sachsen-Anhalt wurde nach einer Blutentnahme zur „erkennungsdienstlichen Behandlung“ ins Polizeipräsidium München gebracht. Der BMW wurde in die Verwahrstelle abgeschleppt.

Der 36-Jährige wurde entlassen, nachdem die Anzeigenaufnahme beendet war. Er wurde wegen „Gefährdung des Straßenverkehrs infolge der Einnahme berauschender Mittel“ und dem Besitz von Betäubungsmitteln angezeigt.

Seine Tochter und ihre Freundin wurden einer Jugendschutzstelle übergeben, von wo aus sie von einem nahen Angehörigen abgeholt werden konnten. Die weiteren Ermittlungen führen die Münchner Verkehrspolizei und die Münchner Kriminalpolizei. (tz) Steigende Coronazahlen führten zu erheblichen Verschärfungen: Ab 2. November gilt auch in München ein von Kanzlerin Merkel verordneter Teil-Lockdown. Live in der ARD hat Ministerpräsident Söder über denkbare Alternativen sinniert.

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