Nachwirkungen der Regenfälle

„Lebensgefahr auf der Isar“: Feuerwehr warnt eindringlich - doch Surfer will nicht hören

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Hochwasser an der Isar: Hier ein Bild von Montagnachmittag.

Noch immer sind die Nachwirkungen der heftigen Regenfälle in München spürbar. Die Lage an der Isar bleibt angespannt.

Update vom 31. Juli, 16.15 Uhr: Gegen 16 Uhr vermeldet der Hochwassernachrichtendienst Bayern für die städtische Isar einen Pegelstand von 124 Zentimetern. Die erste Hochwassermeldestufe von 240 Zentimetern scheint in weiter Ferne. Noch am Montag war diese überschritten worden. Dennoch ruft die Feuerwehr auch am Mittwoch zu höchster Achtsamkeit auf.

Vor Freitag sei nicht mit einer Entspannung zu rechnen, sagte ein Sprecher. Besonders Schlauchbootfahrer seien weiterhin angehalten, Touren auf der Isar zu unterlassen.

Trotz der eindringlichen Warnungen wurde am späten Nachmittag unweit der Wittelsbacher Brücke ein Surfer im Wasser gesichtet.

“Lebensgefahr auf der Isar“ -  Münchner Feuerwehr mit eindringlicher Warnung

Update vom 30. Juli, 19.32 Uhr: Nachdem Regenfälle am Dienstag ausgeblieben sind, ist der Pegel der Isar wieder leicht gesunken. Bei der Feuerwehr München herrscht dennoch weiterhin erhöhte Wachsamkeit. „Lebensgefahr auf der Isar“ ist ein Beitrag auf dem offiziellen Twitter-Account überschrieben. „Es besteht weiterhin erhöhte Gefahr durch Treibgut und starke Fließgeschwindigkeit“, ist dort zu lesen. Vor Freitag sei mit einer Entspannung der Lage nicht zu rechnen. „Bitte meidet die Isar für Wassersportaktivitäten“, gibt die Feuerwehr der Bevölkerung mit auf den Weg.

Starkregen lässt Isar-Pegel rasant ansteigen - besorgter Passant ruft Feuerwehr

Erstmeldung vom 29. Juli 2019:

München - Was war das für ein extremer Wetterwechsel! Am Freitag hatten wir noch einen strahlend blauen Himmel bei fast 35 Grad – am Montag um 6 Uhr in der Früh kam dann der Platzregen. „Gegen 9 Uhr hat die Isar Meldestufe 1 überschritten“, sagt Wetterexperte Dominik Jung. Heißt: Hochwasser an der Isar! Um 11 Uhr musste sogar die Feuerwehr deshalb ausrücken – glücklicherweise ist aber niemand zu Schaden gekommen.

Obdachlosenlager stand unter Wasser

Ein besorgter Passant bemerkte ein Obdachlosenlager am Ufer der Isar unterhalb der Reichenbachbrücke – das mittlerweile zum Teil unter Wasser stand. Als die Einsatzkräfte anrückten, wurde schnell klar, dass keine Menschen in Gefahr sind – das Obdachlosenlager war zu diesem Zeitpunkt unbewohnt. Die Feuerwehr brachte die Matratzen in Sicherheit – sie liegen jetzt abholbereit bei der Polizei-Inspektion am Mariahilfplatz.

Ein Problem mit Wasser gab es am Dienstagabend auch am Sendlinger Tor. Als eine Wassersäule zu einer größeren Menschenansammlung geführt. 

Starkregen am Alpenrand führte zu Hochwasser

Dominik Jung erklärt, dass das Hochwasser mit dem Starkregen im Südosten zusammenhängt. „Am Alpenrand hat es über Stunden 100 Liter pro Quadratmeter geregnet“, sagt er. Zum Vergleich: In München waren es 35 Liter pro Quadratmeter. „Der Starkregen hat zu großen Überschwemmungen in Österreich – also etwa bei Salzburg – geführt“, erklärt Jung weiter. „Die Flutwelle hat dann bis nach München übergeschwappt.“

Am Freitag haben sich noch bei brütender Hitze Badegäste an der Isar vergnügt. Am Montag ist der Pegel um fast zwei Meter gestiegen.

Der Isar-Pegel stand am Sonntag noch bei 79 Zentimetern – 24 Stunden später war er bei 2,72 Meter. „Ab 2,40 Meter spricht man von Hochwasser“, so Jung. 

kab

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Weil ein knapp unter der Wasseroberfläche liegender Baumstamm Boote zum Kentern bringt, darf die Isar auf einem Teilstück nicht befahren werden.

Schon im Mai gab es Hochwasser in München und Bayern. Damals sorgten Videos und Fotos für Aufsehen. Mehrere Menschen begaben sich beim Hochwasser in Gefahr.

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