Alpina-Parkhaus soll weichen

Hightech-Neubau im Münchner Bahnhofsviertel geplant: Schon jetzt werden große Bedenken laut

Das Alpina-Parkhaus an der Adolf-Kolping-Straße 10 soll abgerissen werden.
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Das Alpina-Parkhaus an der Adolf-Kolping-Straße 10 soll abgerissen werden.

Das Alpina-Parkhaus nahe der Sonnenstraße soll einem Hightech-Neubau weichen. Dieser hat unter anderem einen Glasboden über parkenden Autos zu bieten - auf dem bald getanzt werden soll.

München - Mitten im Bahnhofsviertel, nahe der Sonnenstraße, steht das Alpina-Parkhaus. Es hat schon bessere Zeiten gesehen – und soll abgerissen werden. Wegen der vielen Hotelneubauten, der Großbaustelle am Hauptbahnhof* und weiteren Bauprojekten im südlichen Bahnhofsviertel gab es in den vergangenen Jahren immer weniger Parkkunden. Außerdem entsprechen die Parkplätze nicht mehr den Anforderungen heutiger, großer Fahrzeuge, so Projektvertreter Florian Volkmann, der im Bauausschuss des Bezirksausschusses Ludwigs-* und Isarvorstadt* (BA 2) vorsprach.

Dafür gab das Parkhaus lange Kulturschaffenden und Tänzern Raum. Zuletzt beherbergte es die Tanzschule am Deutschen Theater und auf dem Dach den Kulturdachgarten mit leiseren Angeboten für laue Sommerabende.

München: Altes Parkhaus an der Adolf-Kolping-Straße 10 soll abgerissen werden

Jetzt soll das alte Parkhaus an der Adolf-Kolping-Straße 10 abgerissen werden. Geplant ist ein neues Parkhaus mit fünf Tiefgeschossen, variablen Räumen für Gewerbe und Kultur und Ladestationen für E-Autos: „muc.one“ heißt das Großbauvorhaben.

Weil das Grundstück der Stadt München* gehört und das Parkhaus an einen Erbpachtvertrag gebunden ist, müssen hier zwingend wieder 555 Pkw-Parkplätze entstehen. Das soll in unterirdischen Parkdecks geschehen. Die Autos sollen mit einem Lift in die Tiefe gefahren werden, wie es etwa bereits an der Donnersbergerstraße für die Anwohner funktioniert. Ebenerdig sind Räume für öffentliche Begegnungsstätten wie ein Café sowie E-Ladesäulen und Mobilitäts-Hubs geplant, in die oberen Etagen kommen Büro- und Gewerbeeinheiten. In dem Neubau könnte zudem ein Lager entstehen, in dem Paketsendungen zur Radzulieferung für die letzte Meile bis zu den Anwohnern umgepackt werden. Dazu gibt es bereits mehrere Pilotprojekte in der Stadt, etwa im Schlachthofviertel.

Außerdem wird über ein Nachbarschafts-Café und eine Fahrrad-Garage mit Servicedienstleistungen im Erdgeschoss des neuen Parkhauses nachgedacht. Für diese Einrichtungen hoffen die Immobilienvermarkter auf öffentliche Mittel. Auf dem Dach kann eine Grünanlage entstehen.

Im zweiten Untergeschoss sind Veranstaltungsräume für Musik oder eine Tanzschule mit einem imposanten Glasboden über den parkenden Autos vorgesehen. Der bestehende Erbpachtvertrag für das Parken soll um Gewerbeeinheiten erweitert werden, was der BA unterstützt.

Wegen der Tiefe des neuen Parkhauses hat man Bedenken mit Blick auf Baulärm und Grundwasser

Im Sinne einer autofreieren Altstadt, mehr Elektro- und Sharingmobilität und neuen Räumen für die Kultur und die Anwohner begrüßt der BA das sehr große Bauvorhaben. Wegen der enormen Tiefe des neuen Parkhauses hat man Bedenken mit Blick auf Baulärm und das Grundwasser, so Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher.

Der Tiefbau wird in der engen Straße viel Aushub bedeuten und Krach verursachen. Andererseits begrüßt man die geplante Stahlbauweise, weil damit die Räume flexibel genutzt werden können. Der Bezirksausschuss kann sich auch ein Fußballfeld auf dem Dach vorstellen.

Gegen alle Planungen, die Lärm verursachen könnten, wehrt sich jedoch das gegenüberliegende Kolpinghaus, weil es nächtliche Ruhestörungen für die hier wohnenden Studenten fürchtet. Der Abriss des alten Parkhauses ist ab Dezember dieses Jahres geplant. Der Neubau wird Jahre dauern. BETTINA ULRICHS - *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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